Angst vor dem dritten Mann - DER SPIEGEL
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FRANKREICH Angst vor dem dritten Mann

• aus DER SPIEGEL 49/2001
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Sein Alter droht Präsident Jacques Chirac zum politischen Handicap zu werden. Am liebsten, heißt es im Elysée, hätte der Staatschef deshalb sogar verschwiegen, dass er vorigen Donnerstag beim anglo-französischen Gipfel in London 69 Jahre wurde. Die Briten waren gebeten worden, auf eine Feier zu verzichten. Auch ein Geburtstagsfoto hatte Chiracs Umgebung ausdrücklich verweigert. Der Staatschef, der bei den Wahlen im nächsten Jahr ein weiteres Mandat für fünf Jahre anstrebt, fürchtet den Wunsch nach einer »Wachablösung«, den seine Rivalen bei den Bürgern wecken wollen. Von allen europäischen Spitzenpolitikern ist Chirac am längsten im Geschäft: 1971 wurde er erstmals Minister unter Präsident Georges Pompidou, drei Jahre später war er Premier - zu einer Zeit, als in den USA Richard Nixon, in der Sowjetunion Leonid Breschnew und in China noch Mao Tsetung das Sagen hatten. Selbst konservative und liberale Verbündete des Gaullisten Chirac plädieren inzwischen für einen »dritten Mann« im Präsidentschaftswahlkampf, der ansonsten auf ein Duell des Staatschefs mit seinem Premier Lionel Jospin, 64, hinauslaufen würde. Die besten Chancen hat derzeit der frühere Innenminister Jean-Pierre Chevènement, 62. Er präsentiert sich als unabhängige, »republikanische« Alternative und setzt auf Überdrüssige aus dem linken wie aus dem rechten Lager.

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