Anke Fuchs,
55, SPD-Bundestagsabgeordnete, grämt sich wegen der geringen Resonanz auf ihr Buch »Mut zur Macht«. In ihrem im vergangenen Jahr erschienenen Werk, das vor allem den früheren SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel und sein »Klarsichthüllen-Regime« attackiert, sei sie, lobt sich die Parlamentarierin, mit Politikern und Parteien hart ins Gericht gegangen, »ähnlich wie der Bundespräsident«. Doch auf harte Diskussionen in der Öffentlichkeit und unter Politikerkollegen wartete die Autorin vergebens: »Die sogenannte politische Prominenz« habe sich der Stimme enthalten, »das hat mich enttäuscht«. Als Grund des Schweigens erkennt die ehemalige SPD-Geschäftsführerin Überfluß und Überdruß. Die Politiker schrieben »so viele unwichtige Bücher, daß selbst die wichtigen keiner mehr liest«.