Anke Martiny
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DER SPIEGEL 19/1985
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Anke Martiny, 45, SPD-Bundestagsabgeordnete, wurde in ihrem bayrischen Wahlkreis an einem Besuch des Sozialamtes in Erding gehindert. »Besichtigungen und Besuche mit dem Ziel, unmittelbaren Einblick in Struktur und Arbeitsweise einer Behörde« zu gewinnen, teilte ihr Landrat Johann Zehetmair schriftlich mit, sei allein Aufgabe der Aufsichtsbehörde. Für Besuche von »Privatpersonen, mögen sie auch Mandatsträger sein«, sehe er »keine Veranlassung«. Weil sich die Abgeordnete durch diesen Brief an »Funktionäre in totalitären Staaten« erinnert fühlte und das öffentlich machte, verlangte der Landrat eine Entschuldigung wegen »Volksverhetzung«. Dazu Anke Martiny: »Das ist keine Provinzposse, sondern ein bürgerliches Trauerspiel.«