Anlass zur Hoffnung
Nr. 11/2005, Prisma: Medizin - Sehen mit Prothese
In Ihrer Meldung heißt es, die Studienteilnehmer konnten ihre Umgebung konkret beschreiben und Gegenstände unterschiedlicher Größe und Farbe erkennen. Ich möchte berichtigen, dass es in dieser Akutstudie noch nicht darum ging, Gegenstände zu erkennen, und es war den Patienten auch nicht möglich, die Umgebung zu beschreiben. Es wurde hier allein untersucht, ob und unter welchen Bedingungen eine visuelle Wahrnehmung auslösbar ist. Es wurde keine komplette Sehprothese implantiert, sondern zunächst ein kleiner kabelgebundener Teil des Implantats (Elektroden) auf der Netzhaut platziert. Die positiven Ergebnisse dieses ersten Tests geben jedoch Hoffnung, dass das Ziel einer Sehprothese, mit der Patienten ihre Umgebung wahrnehmen können, in Zukunft erreicht werden kann. Eine zweite Studie, bei der hochgradig sehschwache Patienten mit Makuladegeneration teilnehmen können, wird zurzeit an unserer Klinik in Hamburg-Eppendorf durchgeführt.
HAMBURG PROF. DR. GISBERT RICHARD
LEITER UNIVERSITÄTS-AUGENKLINIK