Ansätze
Dr. Fritz Löwenthal, SPD-Mitglied und Bonner Parlamentarier, stellte in einem Tagesspiegel-Artikel die »grundsätzliche Frage des Verhältnisses zwischen Parlamentsfraktion und Parteiinstanzen«. Er erklärte, eine Anzahl Mitglieder der SPD-Fraktion habe die hannoversche Parteierklärung, die »eine Annahme des Bonner Grundgesetzes vereiteln« sollte, nicht voll gebilligt. Der Appell an die Parteidisziplin sei aber bei ihnen nicht wirkungslos geblieben. Sie hätten ihre Einsicht dem Willen einer »hysterisch fanatisierten Mehrheit« unterworfen und den auf Betreiben Dr. Schumachers gefaßten Beschluß unterstützt. Löwenthal, der bereits die KPD (Reichstagsabgeordneter bis 1933) und die SED absolvierte, erwägt die Möglichkeit einer neuen »wahrhaft demokratischen Partei der deutschen Linken«, wenn es nicht gelinge, die »totalitären Ansätze in der SPD« zu beseitigen. Die Parteileitung schloß ihn aus ihrer Bonner Fraktion aus.