IRLAND Anschluss an den Bund
Die Republik auf der grünen Insel könnte schon dieses Jahr in das Commonwealth of Nations zurückkehren, aus dem die Iren 1949 ausgeschert waren. Die Wiedereingliederung in den Staatenbund meist ehemaliger britischer Kolonien würde den jahrhundertealten Konflikt mit Großbritannien symbolisch beenden und den Friedensprozess in Nordirland besiegeln. Schon wird ein erster offizieller Besuch von Königin Elizabeth II. in Dublin für den Herbst ins Auge gefasst, falls bis dahin die Entwaffnung der nordirischen Terroristen vollendet ist. Während britische Regierungskreise noch zweifeln, ob die Iren zu einem solchen Schritt bereit sind, hat der irische Premier Bertie Ahern eingeräumt, dass sich das Commonwealth heute »sehr stark« von der britisch dominierten Organisation unterscheide, der sein Land bei der Proklamation der Republik »auf ungeschickte Weise« den Rücken gekehrt hatte. Der Generalsekretär des Staatenbunds, Chief Emeka Anyaoku aus Nigeria, bekräftigte bei verschiedenen Besuchen, wie willkommen die irische Mitgliedschaft wäre. Nordirlands Regierungschef David Trimble und andere britannientreue Unionisten betrachten den Wiederanschluss Irlands an das Commonwealth als eine Voraussetzung für den Plan, die Beziehungen zwischen beiden Ländern »zu normalisieren«. So würde das Vertrauen in den Friedensprozess wachsen.