»Anwallung von Zorn« - DER SPIEGEL
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»Anwallung von Zorn«

Am Dienstag letzter Woche holte Bundeskanzler Helmut Schmidt vor der SPD-Fraktion zum Rundschlag gegen Journalisten aus. Am Mittwoch entschuldigte sich Regierungssprecher Kurt Becker für den Chef. Auszüge aus dem Protokoll der Bundespressekonferenz:
• aus DER SPIEGEL 45/1981
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Der Bundeskanzler hat gestern vor der sozialdemokratischen Bundestagsfraktion (...) sich auch an die Abgeordneten gewandt, Vertrauen in die Fähigkeit der Regierung zu haben, mit diesen Problemen fertig zu werden. Er hat Vergleiche zu den Verhältnissen bei unseren europäischen Partnern gezogen und hat dann die Abgeordneten auch davor gewarnt, alles und jedes, was in einer Zeitung zu lesen steht, immer im wörtlichen Sinne aufzufassen, vor allem, wenn es in An- und Abführungsstrichen steht. Er hat gerade gestern Zorn darüber gehabt, daß er in einer Serie über ihn in An- und Abführungsstrichen mit einem hanebüchenen Ausdruck zitiert worden ist, den er gegenüber dem von ihm sehr geachteten Fraktionsvorsitzenden Herbert Wehner gebraucht haben soll ("Bild« am 26. Oktober: »Jetzt will der Arsch verlängern"). Ähnliches ist ihm unlängst als abfällige Bemerkung gegenüber dem Oppositionsführer in Berlin, Jochen Vogel, in den Mund gelegt worden,

( SPIEGEL 43/1981: »Der Vorsitzende Willy ) ( Brandt suchte zu beschwichtigen: Er ) ( jedenfalls wolle sich jetzt dazu nicht ) ( äußern, ehe er den Betroffenen dazu ) ( gehört habe. Aber ein anderer ließ sich ) ( in seinem fertigen Urteil nicht ) ( beirren. Bundeskanzler Helmut Schmidt: ) ( ''Da kann man sehen, daß mit dem nichts ) ( los ist.''« )

und er hat in dem Zusammenhang das Wort -- er hat lange nach einem Ausdruck gesucht, wie er solche Journalisten, mit denen er große Schwierigkeiten hat, bezeichnen soll --, hat als Lapsus das Wort ''Geschmeiß'' gebraucht. Er nimmt dieses Wort mit dem ausdrücklichen Ausdruck des Bedauerns zurück. Dies wollte ich Ihnen hier sagen. (Unruhe). Ihm ist das Wort in einer Anwallung von Zorn unterlaufen. Er nimmt es zurück und betrachtet es als nicht gesprochen.«

S.17SPIEGEL 43/1981: »Der Vorsitzende Willy Brandt suchte zubeschwichtigen: Er jedenfalls wolle sich jetzt dazu nicht äußern,ehe er den Betroffenen dazu gehört habe. Aber ein anderer ließ sichin seinem fertigen Urteil nicht beirren. Bundeskanzler HelmutSchmidt: ''Da kann man sehen, daß mit dem nichts los ist.''"*

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