ARBEITERHERZ. - DER SPIEGEL
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ARBEITERHERZ.

• aus DER SPIEGEL 22/1970
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Sechs Monate vor der bayrischen Landtagswahl hat die CSU ihr Herz für eine Wählergruppe entdeckt, die sie bisher beharrlich links liegen ließ: die Arbeiter. Noch in ihrem letzten Grundsatzprogramm hatten Bayerns christlich-soziale Politiker zum Thema Gewerkschaften lediglich zu sagen gewußt, daß sie »öffentlich kontrollierbar« sein müßten. Erst nach der Bundestagswahl wuchs bei der CSU das Interesse am Deutschen Gewerkschaftsbund. Als im Dezember letzten Jahres sechs CSU-Mitglieder, die gleichzeitig Funktionäre der bayrischen Gewerkschaften sind, ihren Parteichef schriftlich aufforderten, sich endlich öffentlich zu den Gewerkschaften zu bekennen, lud Franz Josef Strauß sogleich zu einem Treffen zwischen den Landesvorständen von DGB und CSU ein, das am 20. April im Münchner Hotel »Metropol« stattfand. Ergebnis: Die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe, die alle sechs Wochen zusammentreten soll. Am vergangenen Wochenende schließlich kulminierte das gegenseitige Interesse in Ingolstadt zu einer »Landeskonferenz der DGB-Kollegen in der CSU": Franz Josef Strauß referierte über »Gesellschaftspolitik«, und DGB-Landesvorstandsmitglied Willi Heitzer sah »Christlichsoziai gestaltet in die Zukunft«. Motto des Treffens: »Vom Proletarier zum Partner«.

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