Arktis
Westliche geheime Meldedienste haben einwandfreie Nachrichten darüber beschafft, daß die Russen ihre Truppen im hohen Norden (Raum Petsamo-Kolahalbinsel bis Kandalakscha) seit dem Sommer um etwa 50 Prozent verstärkt haben. Es stehen dort jetzt mindestens zwei arktische Jägerdivisionen, eine Luftlandedivision, eine arktische Artilleriedivision, eine Panzer- und eine Infanteriedivision. Die Luftflotte
ist gleichfalls verstärkt worden. Ebenso wurden die Truppen im Raume Archangelsk verstärkt, ohne daß allerdings Details bekanntgeworden sind. Dagegen sind vom Baltikum bis zur Ukraine und in Ostdeutschland die Truppenkontingente herabgesetzt worden. Im atlantischen Hauptquartier haben über den Aufmarsch im Norden beunruhigte Sonderbesprechungen stattgefunden. Auf Grund russischer Warnungen an Norwegen waren Pläne, in Norwegen amerikanische Luftstützpunkte zu errichten, schon früher annulliert worden. Als Motive für den Aufmarsch im Norden werden nebeneinander gemutmaßt
* der Plan, eventuelle Feindseligkeiten durch einen schlagartigen Überfall auf Skandinavien zu eröffnen (vgl. dazu Liddell Hart: »Wenn ich russischer Generalstabschef wäre«, S. 26),
* Einschüchterung der skandinavischen Regierungen hinsichtlich ihrer Rüstungs- und NATO-Pläne,
* Großmanöver,
* Gewöhnung der Truppe an Klima und Lebensverhältnisse der Arktis.