Atom
Die Welle von Atom-Optimismus, die durch Amerikas geglückte Experimente mit taktischen Atomwaffen ausgelöst wurde, dämpft Kommentator Stewart Alsop mit der Frage nach dem Stand der
sowjetischen Atomrüstung. Die erste sowjetische Atombomben-Explosion wurde von amerikanischen Wissenschaftlern im September 1949 durch Messungen festgestellt. Seitdem schweigen die Geigerrohre der amerikanischen Beobachter. Warum? Alsop folgert, daß die Ergebnisse des 49er Atomversuches das Politbüro befriedigt hätten. Der Kreml habe entschieden, daß die knappen Atomrohstoffe nicht in weiteren Versuchen verpulvert, sondern
zur Herstellung eines Atombomben-Vorrats vom 1949 ausprobierten Typ verwandt werden sollten.
Stimmt diese Theorie, dann würde die nächste sowjetische Atom-Explosion anzeigen, daß mit Hilfe neu gewonnener Rohstoffe, vor allem aus Turkestan, ein gewisser Sättigungsgrad in der sowjetischen Atomrüstung erreicht ist. Die äußeren Umstände der nächsten sowjetischen Atom-Explosion will Alsop politisch werten: Würde die Bombe beispielsweise am Rande Westeuropas in den polnischen Einöden und noch dazu bei Nacht hochgehen, so daß der Westen Hunderte von Kilometern weit den Feuerball sieht dann wäre dies als offene Demonstration der militärischen Entschlossenheit Sowjetrußlands gegenüber dem Westen zu betrachten.