AUERBACH - DER SPIEGEL
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Briefe

AUERBACH
• aus DER SPIEGEL 36/1952
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AUERBACH

(Nr. 34/52, Deutschland)

Zu dem vortrefflichen Auerbach - Artikel »Was nie zur Sprache kam« nur eine kleine Bemerkung:

Im Frühjahr 1951 sprach ich einmal ausführlich mit dem damaligen McCloy-Stellvertreter Benjamin Buttenwieser über das Auerbach-Problem. Buttenwieser versicherte damals, er denke nicht daran, sich in irgendeiner Weise in den Fall Auerbach einzuschalten oder auch nur im Hintergrund Einfluß zu nehmen. In Frankfurt wurde damals davon gesprochen, daß das jüdische Bankhaus Warburg, an der Wiedergutmachung als Geschäft interessiert, bei Buttenwieser abgewiesen worden sei und andere amerikanische Wege eingeschlagen habe. Buttenwieser hat Auerbach nur ein einziges Mal gesehen und das war in Begleitung von vier Wiedergutmachungssachverständigen in seinem Fankfurter Büro. Er sagte zwar einmal: »Ich möchte den Auerbach nicht als Freund haben«, betonte aber, daß er sich mit Auerbach nicht genug befaßt habe, um ein fundiertes Urteil abgeben zu können.

Man kann nicht unbeteiligt an der Auerbach-Sache sein, denn dann macht man sich mitschuldig. Es ist aber traurig, daß sich die Münchner Richter nicht frei von ihrem bayrischen Beamtenkomplex machen konnten, denn dadurch ist man nicht nur gezwungen, an dem richterlichen Spruch über die Schuld oder Unschuld Auerbachs zu zweifeln, sondern an der Notwendigkeit des Prozesses überhaupt. Es ist schwer zu sagen, ob der Prozeß weitergeführt werden sollte, aber vielleicht wird dann der vom SPIEGEL angedeutete Hintergrund doch noch aufgedeckt. Nicht nur der tote Auerbach, die deutschjüdischen Beziehungen brauchen Klarheit.

Frankfurt a. M.

Wolfgang Meerstein

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