EHE-VERSPRECHEN Auf Java
Fünftausend Pfund oder 60000 DM soll der Landwirt Trevor Hobson (28) an seine verlassene Braut Helene Ehrenburg (26) zahlen. Das ist die höchste Strafe für den Bruch eines Eheversprechens, die ein englisches Gericht seit sechs Jahren verhängte. Aber die Geschworenen waren verstimmt. Der Angeklagte habe sich allzu schmierig benommen.
In Bandung auf Java lernte 1944 der rückerobernde Soldat Trevor Hobson die Holländerin Helene Ehrenburg kennen. Die Sitten auf der Insel waren locker. Helene war es nicht. Erst als sich Trevor mit ihr verlobte, gab sie seinem Drängen nach, um ihn während eines Dreitage-Urlaubs glücklich zu machen.
103 Liebesbriefe wurden gewechselt. Dann kam Helene nach England. Auf der Durchreise von Southampton zur elterlichen Farm in Mittelengland bat Trevor seine Braut, für eine Nacht in einem Londoner Hotel seine Frau zu sein. Helene gab nach.
Aber auf den kleinen Bauernhof paßte die holländische Braut nicht. Trevors Eltern wollten von dem »Mädchen aus dem Osten« nichts wissen Der Bräutigam legte ihr nahe, abzureisen.
Helene reiste. Ihr Kind bekam sie in Holland. Trevor heiratete eine englische Bauerndirn. Helene klagte. Sie wollte für ihr Kind den Namen des Vaters.
Hobson wurde vernommen. Helene habe ihn damals in Bandung verführt, beteuerte er. Auch sei sie genau so leichtfertig wie andere Frauen auf Java gewesen, die sich für Lebensmittel japanischen Soldaten hingaben.
Die Richter glaubten ihm nicht. Ihre Hauptbelastungspunkte:
* Mit Helenes erstem Liebesbrief steckte sich Trevor die Pfeife an.
* Er verließ Helene, als sie Mutter werden sollte.
* Er verunglimpfte sie fünf Tage lang vor Gericht.