100-Tage-Bilanz: Bush zufrieden mit Terrorbekämpfung - DER SPIEGEL
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100-Tage-Bilanz Bush zufrieden mit Terrorbekämpfung

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Washington - Hundert Tage nach den Anschlägen von New York und Washington hat US-Präsident George W. Bush eine positive Bilanz des Kampfes gegen den internationalen Terror gezogen. Im Rosengarten des Weißen Hauses sagte Bush, in den USA seien bisher Konten von 153 Gruppen und Personen mit mehr als 33 Millionen Dollar (fast 72 Millionen Mark) eingefroren worden. In 142 weiteren Staaten seien zusätzlich mehr als 33 Millionen Dollar blockiert worden.

Zum militärischen Teil sagte Bush, dass in Afghanistan elf terroristische Ausbildungslager sowie 39 Kommandozentren der radikalen Taliban zerstört worden seien. "Wir und unsere Koalition haben in den vergangenen 100 Tagen viel getan", unterstrich er. "Mit Hilfe friedliebender Länder werden wir sehr viel mehr tun, um die Welt von dem Bösen und von Terroristen zu befreien."

Zwei Senatoren fordern zu den Anschlägen vom 11. September eine parlamentarische Untersuchung. Das Gremium solle die nagenden Fragen beantworten helfen, wie solche Angriffe geschehen konnten und ob sie hätten verhindert werden können, sagte der demokratische Senator Joseph Lieberman. Er hatte als Vizepräsidentschaftskandidat an der Seite von Al Gore die Präsidentenwahl gegen Bush und seinen Stellvertreter Richard Cheney verloren. Lieberman machte den Vorschlag zusammen mit dem Republikaner John McCain.

Streubomben töten Kinder

Unterdessen gab die Uno bekannt, dass in Afghanistan zwei Kinder durch amerikanische Streubomben getötet worden. Sie hätten Anfang der Woche nahe dem Flüchtlingslager Maslakh bei Herat im Westen des Landes Holz gesammelt, als der Sprengsatz explodierte, sagte Dan Kelly vom Minenräumprogramm der Vereinten Nationen am Freitag in Islamabad.

Zudem kamen bei einem Angriff der amerikanischen Streitkräfte in Südafghanistan offenbar 15 Zivilisten ums Leben. Der Angriff in der Region Paktia habe Zielen in Sto Kundau nahe der Provinzhauptstadt Gardes gegolten, berichtete die afghanische Nachrichtenagentur AIP. Es war unklar, ob es sich dabei um militärische Einrichtungen des gestürzten Taliban-Regimes handelte.

Unter den Toten sollen auch frühere Kommandeure von Mudschahidin-Verbänden sein , die in den achtziger Jahren gegen die sowjetischen Besatzer gekämpft haben, sowie Stammesführer. Es gab keine unabhängige Bestätigung für die Meldung.

Ermittlungen gegen gefangene Extremisten

In Afghanistan werden zurzeit 7000 mutmaßliche al-Qaida-Kämpfer und Taliban gefangen gehalten. Es werde ermittelt, wer von ihnen erst spät zu den beiden radikalen islamischen Organisationen gekommen sei, wer nur sympathisiert habe, wer zu den Fanatikern gehöre und an wessen Händen Blut klebe, sagte US-Sprecher Kenton Keith in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Er habe keine Informationen darüber, ob die bisherigen Verhöre Erkenntnisse darüber gebracht hätten, wo sich Taliban-Anführer Mullah Mohammed Omar und Bin Laden befinden.

Die USA wollen Omar der neuen Regierung überlassen, die am Samstag ihr Amt antritt. Bin Laden wollen sie aber selbst vor Gericht stellen. Aus dem Verteidigungsministerium in Washington hieß es, 400 bis 500 US-Marineinfanteristen hielten sich bereit, um den Afghanen bei der Durchsuchung der Höhlen und Tunnel im Tora-Bora-Gebirge zu helfen, wohin sich die al-Qaida-Kämpfer zurückgezogen hatten.

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