9/11-Ausschuss: Kommission besteht auf Aussage von Rice - DER SPIEGEL
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9/11-Ausschuss Kommission besteht auf Aussage von Rice

Streit um Condoleezza Rice: Der Untersuchungsausschuss für die Anschläge vom 11. September will die Sicherheitsberaterin von George W. Bush vorladen, das Weiße Haus sperrt sich dagegen.
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Crawford - Das Ausschussmitglied John Lehman bezeichnete die Weigerung des Weißen Hauses als "politischen Schnitzer ersten Grades". So werde der Eindruck vermittelt, dass Rice etwas zu verbergen habe, sagte der republikanische Politiker im Fernsehsender ABC.

Rice sagte, sie wisse, dass die Hinterbliebenen enttäuscht seien. "Nichts wäre besser, als aussagen zu können", sagte Bushs Sicherheitsberaterin im Sender CBS. Aus dem Weißen Haus verlautete, Bush werde seine Meinung nicht ändern, er werde einer öffentlichen Anhörung von Rice nicht zustimmen.

Rice hat dem Untersuchungsausschuss bereits am 7. Februar Rede und Antwort gestanden. Ihre Angaben mussten aber vertraulich behandelt werden. Der republikanische Vorsitzende der Kommission, Gouverneur Thomas Kean, sagte im Fernsehsender Fox, Rice sei bei ihrer ersten Anhörung "sehr, sehr zuvorkommend" gewesen. "Aber wir sind als Kommission einhellig der Meinung, dass sie öffentlich aussagen sollte."

Der ehemalige Anti-Terror-Koordinator der Regierung, Richard Clarke, wiederholte unterdessen seine Vorwürfe gegen Bush. Der Präsident sei dem Terrornetzwerk al-Qaida weniger entschlossen entgegengetreten als sein Vorgänger Bill Clinton, sagte Clarke im Sender NBC. "Präsident Bush hat vor dem 11. September nichts getan", sagte Clarke. Bush sei der Terrorgefahr vor den Anschlägen gleichgültig gegenübergestanden.

Clarke verlangt, die Kommission müsse Einsicht in mehrere Regierungsdokumente aus seiner Amtszeit als Antiterrorkoordinator erhalten. Darunter ist ein Schreiben vom Januar 2001, in dem er der Regierung eine Strategie zur Bekämpfung von al-Qaida vorgeschlagen haben will. Der Nationale Sicherheitsrat habe aber erst am 4. September entsprechende Maßnahmen verabschiedet. Die Veröffentlichung dieses Materials würde "beweisen, dass sie Monate verschwendet haben", sagte Clarke. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, über die Freigabe von Dokumenten werde "im Gespräch mit der Kommission" entschieden werden.