USA und Russland: Der schwierige Weg zu einer Anti-Terror-Internationale - DER SPIEGEL
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USA und Russland Der schwierige Weg zu einer Anti-Terror-Internationale

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich bereits für eine Antiterror-Internationale ausgesprochen. Auf dem Weg dorthin gibt es jedoch noch zahlreiche Hindernisse - trennend sind vor allem die Differenzen im Nahen Osten.
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Moskau - Noch sind sich Washington und Moskau uneins über die Frage: Wer ist Freund und wer ist Feind? US-Präsident George W. Bush hat die alten Bündnispartner Russlands auf seiner Schwarzen Liste. Der Kreml wiederum wirft den westorientierten Saudis vor, die Tschetschenen zu finanzieren. Außerdem kreidet Moskau den USA auch den Schmusekurs gegenüber "albanischen Terroristen" auf dem Balkan an. Aber sowohl für Bush als auch für Putin gibt es jetzt den Sachzwang zum Umdenken.Zum Umdenken ruft derzeit die russische Tageszeitung "Iswestija" auf, schreibt die deutsche "Internetzeitung Moskau.ru" aus Russland.

"Russland muss sich wieder und wieder die Frage stellen, welche Beziehungen wir zu Ländern wie dem Iran, dem Irak, Libyen und Syrien haben wollen", zitiert die Internetzeitung das Moskauer Blatt. Angesichts der Freudentänze palästinensischer und irakischer Kinder sieht die "Iswestija" einen globalen Konflikt zwischen christlicher und muslimischer Welt heraufziehen. Keine Frage für die russischen Westler, wohin Moskau gehört.

Schurken oder Freunde?

Andere russische Politiker wollen auf keinen Fall mit den alten Freunden brechen. "Ich finde schon den Begriff "Schurkenstaaten" widerwärtig", sagte der außenpolitische Sprecher der Duma, Dmitrij Rogosin, im russischen Fernsehen. Umgekehrt werde ein Schuh draus: Die autokratischen Golf-Monarchien, traditionelle Partner der USA, seien nun sicherlich kein Hort der Demokratie und Menschenrechte, meint Rogosin. Außerdem seien eben sie die Sponsoren der tschetschenischen Terroristen. Russische Sicherheitsexperten könnten bereits in Kürze eine ganz andere Schwarze Liste von Paria-Staaten veröffentlichen, heißt es in Presseberichten. Putins Anti-Terror-Internationale mit Bush hätte also nicht mehr Saddam Hussein und die iranischen Mullahs als Hauptfeinde, sondern auch den saudischen Hauptverdächtigen für die Terroranschläge in den USA, Ussama Ibn Ladin, der bekanntlich in Saudi-Arabien geboren ist.

Russland und USA - geeint als Opfer?

Als Kronzeuge dieser Umorientierung trat jetzt ein CIA-Mann auf. Der namentlich nicht genannte hochrangige Geheimdienstler erklärte in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender NTW, die Attacke auf die USA, die Explosionen von Wohnhäusern in Moskau und die Aktivitäten tschetschenischer Kämpfer im Kaukasus seien Glieder einer Kette. Dies sei mittlerweile eine in der US-Führung weit verbreitete Ansicht, so der Geheimdienstler.Eine solche Einstellung käme der Moskauer Sicht bereits sehr nahe. "Es handelt sich nicht um einen Konflikt zwischen Staaten, aber es ist zweifellos ein Weltkrieg, den die internationalen Terroristen führen. Opfer dieses Krieges wurden bereits Russland, Jugoslawien und Mazedonien. Jetzt hat der Krieg die USA erreicht," so ein Sprecher der Regierungsfraktion.

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