Al-Qaida-Video Bekenntnis zu Anschlägen auf US-Botschaften und "USS-Cole"
Kairo - Über den Wert des Videos lässt sich streiten. Es enthält streckenweise wild zusammengeschnittene Aufnahmen unterschiedlichen Datums. Darunter sind Passagen, in denen einer der 19 Attentäter vom 11. September über seine geplante "Märtyrer-Aktion" spricht. Mit dem Video, das der in Katar ansässige Sender al-Dschasira in einem 23-minütigem Ausschnitt ausstrahlte, lässt sich offenbar bekräftigen, dass das Terrornetzwerk al-Qaida tatsächlich hinter den Anschlägen von New York und Washington steckt - und darüber hinaus hinter den Anschlägen auf amerikanischen Botschaften in Tansania und Kenia mit insgesamt 224 Toten. Auch die Explosion an der "USS-Cole", bei der im Oktober 2000 17 US-Soldaten getötet wurden, soll al-Qaida verursacht haben.
Auf dem Video sind als Hintergrundkulisse die brennenden Türme des World Trade Centers zu sehen sowie ein Bild des al-Qaida-Anführers Osama Bin Laden. Die Szenen wurden offensichtlich nachträglich von einem Videotechniker eingefügt. In dem Video werden auch Bilder von Kriegern gezeigt, die auf Pferden reiten und von Bin Laden, wie er zusammen mit seiner "rechten Hand", Eiman al-Sawaheri, in einer Berglandschaft hockt. Bin Laden lobt die Bereitschaft der insgesamt 19 Flugzeugentführer, in den Tod zu gehen. "Diese Männer, die hinausgingen, haben wahrhaft daran geglaubt, dass das, was Gott bietet, besser ist als das dieses Leben," sagte er.
"Scheich Osama Bin Laden, wenn er noch lebt oder wenn er getötet worden ist, es gibt Tausende von seiner Sorte", sagt der saudische Attentäter Ahmed al-Hasnawi, der auf der FBI-Liste der Flugzeugattentäter steht. Der 11.-September-Attentäter fordert in dem insgesamt einstündigen Band die Amerikaner auf, schon mal "ihre Gräber zu schaufeln". Nach Informationen von al-Dschasira hat Hasnawi diese Erklärung sechs Monate vor dem 11. September abgegeben.
Er lobt in dem Video unter anderem die Anschläge auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam sowie auf den amerikanischen Zerstörer "USS-Cole". Die "Cole" sei als Ziel ausgewählt worden, da die Amerikaner mit dem Kriegsschiff "unsere Brüder im Irak" hätten angreifen wollen.
Ein Moderator von al-Dschasira sagte, das Video sei dem Sender vor etwa zwei Wochen zugespielt worden. Man habe jedoch aus verschiedenen Gründen lange überlegt, ob und wann man es ausstrahlen solle.
US-Senator: Bin Laden lebt
Die jüngsten Bekenntnisse von al-Qaida-Extremisten dürften der Jagd auf Osama Bin Laden neuen zusätzlichen Auftrieb geben. Führende US-Beamte, die mit der Suche nach Bin Laden beschäftigt sind, sagten in Washington, der Gesuchte sei noch am Leben und verstecke sich wahrscheinlich weiterhin in Afghanistan. Der Sprecher von Senator Bob Graham, Vorsitzender des Geheimdienstkomitees des Senats, sagte: "Die beste Neuigkeit, die uns zuging, war, dass er noch am Leben ist." Möglicherweise halte er sich auch in Pakistan auf.