Testlauf für Irak-Angriff US-Kommando-zentrale probt in Katar den Ernstfall
Washington - Das Pentagon selbst wiegelte am Mittwochabend ab. Alles sei nur ein Test und habe für den Zeitpunkt eines möglichen Angriffs auf den Irak keine Bedeutung. Gleichwohl bestätigte das Verteidigungsministerium, dass im November rund tausend Mitarbeiter des Zentralkommandos der Armee (Centcom), das eigentlich in Florida stationiert ist, nach Katar verlegt werden. Der Golfstaat liegt nur wenige hundert Kilometer von der Grenze des Irak entfernt. Seit Monaten bauen die USA dort fieberhaft an einer neuen Militärbasis, die in den letzten Monaten massiv aufgerüstet wurde. Jetzt solle getestet werden, ob die Basis einsatzbereit ist, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums.
Glaubt man amerikanischen Medienberichten, hat der Stab des Präsident das Vorhaben massiv unterstützt. So soll den Kriegsdrohungen gegen den Irak mehr Nachdruck verliehen werden, sagten mehrere Offizielle amerikanischen Zeitungen. Ebenfalls wird schon geplant, welche der Mitarbeiter dauerhaft in der Region stationiert werden sollen. So könnte eine leistungsfähige Basis mitten in der Krisenregion rund um den Golf entstehen.
Ersatz für Saudi-Arabien
Die neue Taktik der US-Strategen entstand aus der Not: Da der US-Verbündete Saudi-Arabien in den letzten Wochen deutlich signalisierte, dass die US-Militärs ihre Basen in dem Land für einen Angriff auf den Irak nicht nutzen dürfen, müssen sich die Militärs um Oberbefehlshaber George W. Bush und seinen höchsten Soldaten Tommy Franks einen neuen Start- und Landeplatz für die Bomber, aber auch einen Standort für die Kommandozentrale suchen.
In Katar wurde deshalb massiv aufgerüstet. Innerhalb kürzester Zeit wurden Millionen Dollar investiert. Mittlerweile steht auf dem Stützpunkt al-Udeid nahe der Hauptstadt Doha einen leistungsfähige Start- und Landebahn zur Verfügung, außerdem haben die Amerikaner massiv in die technische Ausrüstung der Basis mit Satellitenkommunikation und modernsten Radaranlagen investiert. Auch personell wurde in den letzten Monaten heftig aufgestockt: Schon heute sind rund 3000 US-Soldaten und etwa 30 bis 40 hochmoderne Kampfjäger dort stationiert.
Auch der irakische Diktator Saddam Hussein reagierte bereits auf den Vorstoß der US-Militärs. Er drohte dem Staat Katar die Zerstörung an, falls er sich mit den USA verbünde. Die Verantwortlichen in der Hauptstadt Doha lässt das offenbar kalt. Sie signalisieren den USA weiter freie Hand bei allen Erweiterungen der Basis auf der Halbinsel.