Abrüstung Putin will Start-II-Ratifizierung durchsetzen
Moskau - Der designierte russische Präsident Wladimir Putin hat am Freitag angekündigt, den Start-II-Vertrag zu ratifizieren. Die Welt müsse von der übertriebenen Zahl der Atomwaffen befreit werden.
Bei einem Besuch in der Atomwaffenfabrik Sneschinsk sagte Putin, er habe Verteidigungs- und Außenministerium bereits angewiesen, die Bestätigung des Abkommens im Parlament vorzubereiten. Die frühere, von Kommunisten und Nationalisten beherrschte Duma hatte die Ratifizierung stets abgelehnt. Putin hofft jetzt auf die im Dezember neu gewählte Duma, in der die Kommunisten ihre Vorherrschaft eingebüßt haben.
Start-II aus dem Jahr 1993 sieht vor, dass die USA und Russland die Zahl ihrer Atomsprengköpfe auf 3000 bis 3500 halbieren. Das Abkommen war 1996 vom US-Senat ratifiziert worden.
Russland beabsichtige zudem eine weitere Beschneidung des Arsenals von Offensivwaffen, sagte Putin. Die verbleibenden Waffen sollten sicherer und effektiver werden. Putin kündigte zudem an, sich für den weltweiten Verkauf russischer Nukleartechnologie einzusetzen. "Wir werden es niemandem erlauben, Russland von diesen Weltmärkten zu vertreiben", sagte der designierte Präsident.
Der russische Atomminister Jewgenij Adamow berichtete, dass der Iran Russland um den Bau von drei weiteren Atomreaktoren gebeten habe. Die USA befürchten, dass der Iran dadurch in die Lage versetzt werden könnte, Atomwaffen herzustellen.