Abrüstungswille Uno lobt Gaddafi
New York - Libyen hatte sich zunächst um eine Änderung der Formulierung bemüht, in der gefordert wird, "die verifizierte Abschaffung aller libyschen Programme für Massenvernichtungswaffen sicherzustellen". Nach Angaben aus Uno-Kreisen ließ Tripolis seinen Einspruch jedoch nach einem Gespräch mit britischen Diplomaten am Montagabend fallen.
Die Atommacht Pakistan bestand dem Vernehmen auf der Entfernung eines Passus', in dem der libysche Schritt als Modell für andere Staaten dargestellt wurde. Der Sicherheitsrat ließ daraufhin eine Formulierung des Entwurfs fallen, in der es hieß: "Libyens Schritt könnte ein Modell für andere werden, auch im Nahen Osten, in Richtung einer Abkehr von der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und den Mitteln ihrer Auslieferung." Die USA hatten sich gegen die Hervorhebung des Nahen Ostens gewandt, da sich dies eindeutig gegen Israel richte. Es wird allgemein vermutet, dass Israel Atomwaffen besitzt. Pakistan und Libyen hätten sich dagegen für den Hinweis auf den Nahen Osten ausgesprochen.
Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi hatte am Freitag den Verzicht seines Landes auf Massenvernichtungswaffen erklärt. Nach US-Angaben hat Libyen eingeräumt, es habe Uran für Atomwaffen anreichern wollen. Am Sonntag verlautete, dass Libyen das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag unterzeichnen wolle, das der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) uneingeschränkte Inspektionen ohne vorherige Anmeldung erlaubt. Die IAEA kann nach eigenen Angaben bereits in der kommenden Woche mit einer umfassenden Kontrolle des libyschen Nuklearprogramms beginnen.