Abstimmung: Algerier dürfen Präsidenten abwählen - DER SPIEGEL
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Abstimmung Algerier dürfen Präsidenten abwählen

Rund 18 Millionen Algerier sollen heute einen neuen Präsidenten wählen. Amtsinhaber Abdelaziz Bouteflika hat fünf Herausforderer zugelassen, und das Militär hat diesmal Neutralität zugesichert. Erstmals tritt auch eine Frau an.
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Algier - Bouteflikas Hauptrivale ist sein früherer Premierminister und Vertrauter von der Ex-Einheitspartei FLN, Ali Benflis. Bouteflika, seit 1999 mit Unterstützung des Militärs im Amt, kandidiert für eine zweite Amtszeit.

Da das Militär bei der Wahl diesmal Neutralität versprochen hat, wird in Algier bei insgesamt sechs Kandidaten eine Stichwahl für möglich gehalten. Zum ersten Mal in der algerischen Geschichte und zum zweiten Mal in der arabischen Welt tritt auch eine Frau als Kandidatin an. Die Trotzkistin Louisa Hanoun von der Arbeiterpartei könnte nach Prognosen acht Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Benflis und zwei weitere Kandidaten äußerten aber die Befürchtung, Bouteflika könnte die Ergebnisse zu seinen Gunsten fälschen lassen.

Am Mittwoch war es in der Stadt Kabylei zu neuen Unruhen gekommen. Jugendliche lieferten sich nach algerischen Presseberichten Straßenschlachten mit der Polizei. Die Demonstranten hätten Steine und Molotow-Cocktails geworfen, die Beamten seien mit Tränengas vorgegangen. Es habe mehrere Verletzte in der besonders betroffenen Stadt Akbou, rund 150 Kilometer östlich von Algier, gegeben. Ausschreitungen wurden auch aus zahlreichen Ortschaften nahe Tizi Ouzou und Bouira gemeldet. Dabei seien auch Wahlunterlagen zerstört worden, hieß es.