Abstimmung Gibraltar will britisch bleiben
Gibraltar - In dem Referendum über die Zukunft der britischen Kolonie an der Südspitze der iberischen Halbinsel protestierten 98,97 Prozent der Wähler gegen die britisch-spanische Gespräche, in denen sich London prinzipiell zur Aufgabe der alleinigen Souveränität bereit erklärt hat.
Die Abstimmung hat zwar kein rechtliches Gewicht, dürfte die Regierungen in London und Madrid aber stark unter Druck setzen. "Mitbürger von Gibraltar, heute haben wir der Welt eine klare Botschaft gesandt", sagte der Regierungschef von Gibraltar, Peter Caruana. Spanien müsse zur Kenntnis nehmen, dass "98 Prozent der Bewohner von Gibraltar nicht das wollen, was Spanien will". An Großbritannien gerichtet sagte er, die Idee der gemeinsamen Souveränität sei in eine Sackgasse geraten. Die Beteiligung der insgesamt 21.000 Wahlberechtigten lag bei knapp 88 Prozent.
Die Regierungen von Großbritannien und Spanien nannten das Referendum zwar für ihre Verhandlungen unwichtig, trotzdem dürfte es sich auf die künftigen Gespräche auswirken. Gibraltar will erst an Verhandlungen teilnehmen, wenn es ein gleichwertiges Mitspracherecht erhält. Die Verwaltung hat erklärt, die Felsenregion müsse britisch bleiben und werde sich keine Regelung aufzwingen lassen. Für die Ablehnung des Referendums hatten alle politischen Parteien und die Medien in dem 6,5 Quadratkilometer großen Territorium geworben. Der Felsen von Gibraltar gehört seit 1713 zu Großbritannien.
Großbritannien und Spanien haben sich in ihren Gesprächen über den künftigen Status von Gibraltar prinzipiell auf eine gemeinsame Kontrolle verständigt. Die britische Regierung erklärte sich bereit, die Souveränität zu teilen, sofern die Einwohner Gibraltars dem in einem - allerdings von Großbritannien angesetzten - Referendum zustimmen. Gibraltar hat eine geteilte Souveränität aber vehement abgelehnt.