Abu Ghureib: Mutter eines französischen Häftlings klagt - DER SPIEGEL
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Abu Ghureib Mutter eines französischen Häftlings klagt

Angehörige eines Franzosen, der im amerikanischen Teil des berüchtigten Abu-Ghureib-Gefängnis im Irak einsitzt, haben Klage gegen die Inhaftierung eingereicht. Bis heute gebe es keine Begründung für die Verhaftung.
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Paris - Der 23-jährige Peter Cherif sei illegal festgenommen worden und werde willkürlich festgehalten, heißt es den Anwälten der Familie zufolge in der heute in Paris ergangenen Klage. Sie richtet sich gegen Unbekannt. Laut Anwalt Eric Plouvier wird Cherif in dem von den USA kontrollierten Teil des Gefängnisses festgehalten.

Cherifs Inhaftierung sei nie von einem Richter genehmigt oder angeordnet worden, was französischen Rechtsgrundsätzen widerspreche, sagte Plouvier. Französische Behörden hätten auf Anfragen weder von irakischen noch von US-Stellen Auskunft darüber erhalten, warum Cherif in Abu Ghureib festgehalten werde. Inzwischen sei es dem Franzosen auch untersagt, über das Rote Kreuz Briefe an seine Familie zu schicken. Damit gebe es keine Informationen über seinen Gesundheitszustand und seine Lage. Plouvier sagte, es gebe deshalb das Risiko von "Folterungen und Misshandlungen".

Laut der französischen Tageszeitung "Le Monde" wurde Cherif im Dezember 2004 in Falludscha verhaftet. Dem Bericht zufolge hatte sich der 23-jährige den radikalen Kräften im Irak angeschlossen und verbüße wegen illegalen Grenzübertitts eine 30-jährige Haftstrafe.

Das in den sechziger Jahren gebaute Gefängnis befindet sich rund 30 Kilometer westlich der irakischen Hauptstadt Bagdad und wurde nach dem Sturz von Saddam Hussein von den USA als Haftanstalt übernommen. In die Schlagzeilen kam es, als US-Medien im April 2004 Fotos veröffentlichten, die US-Soldaten bei der Misshandlung irakischer Gefangener zeigten.

ler/AFP