Ägypten Tote bei Straßenschlachten in Port Said
Verwüstete Straße in Port Said: Schüsse auf Polizisten
Foto: AFPKairo - Bei Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Polizei sind in der ägyptischen Stadt Port Said mindestens vier Menschen getötet worden. Wie lokale Medien am Montag berichten, sind unter den Toten zwei Angehörige der Ordnungspolizei. Sie waren in der Nacht von Schüssen getroffen worden. Ein 16-jähriger Demonstrant starb durch einen Stein, der vom Dach eines Gebäudes aus auf seinen Kopf geworfen wurde.
An der Auseinandersetzung waren Fans der Fußballvereine Al-Ahly und Al-Masri sowie Polizisten und Soldaten beteiligt. Die Demonstranten protestierten am Sonntag gegen die Entscheidung des Innenministeriums, 39 Gefangene aus der Stadt zu verlegen. Diese sind wegen der Teilnahme an den tödlichen Fußballkrawallen in der Stadt im Februar 2012 angeklagt. Damals waren mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.
Demonstranten bewarfen bei den Ausschreitungen am Sonntag einen Polizeiposten mit Steinen und Molotow-Cocktails, die Polizei reagierte mit Tränengas. Die Armee dementierte Berichte, wonach Soldaten auf Polizisten geschossen haben sollen, die Tränengas in die Menge feuerten.
Im Januar waren bereits 21 Männer aus Port Said wegen ihrer Beteiligung an den Protesten im Februar 2012 zum Tode verurteilt worden. Auch damals kam es in der Stadt zu Krawallen, bei denen 27 Menschen ums Leben kamen.
In dem Verfahren erwarten noch 52 weitere Angeklagte ein Urteil. Es soll am kommenden Samstag verkündet werden. Auch in Kairo gab es in der Nacht Randale. Regierungsgegner zündeten nach Informationen des Nachrichtenportals Ahram Online am Nilufer Polizeiwagen an. Die Polizei setzte Tränengas ein.