Afghanistan Alliierte wollen Opiumanbau bekämpfen
Kabul - "Die Planungen stehen kurz vor dem Abschluss", sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vor seinem Abflug aus Oman nach Kabul. Nach seiner Landung wollte er das Problem sowie die Vorbereitung der Präsidentschaftswahl im Oktober mit führenden Uno-Vertretern und afghanischen Politikern erörtern.
Bislang arbeite die britische Regierung in der Drogenfrage eng mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai zusammen, sagte Rumsfeld. Welche nationalen Kontingente sich an der angekündigten Kampagne beteiligen sollen, wollte Rumsfeld nicht angeben. Die US-Streitkräfte in Afghanistan haben bisher stets erklärt, nicht über genügend Soldaten zu verfügen.
Der Anbau von Schlafmohn in Afghanistan hat seit drei Jahren wieder stark zugenommen, nachdem die islamisch-fundamentalistische Regierung der Taliban den Opium-Anbau zuvor weitgehend eingedämmt hatte. Das US-Außenministerium rechnet für dieses Jahr mit einer Rekordernte. Rumsfeld legte nahe, dass Einnahmen aus dem Drogenanbau auch an die Taliban und an al-Qaida geflossen seien, ohne Einzelheiten zu nennen.
Nach Schätzungen der Vereinten Nationen stellte Afghanistan im vergangenen Jahr drei Viertel der weltweiten Opiumproduktion. Das Handelsvolumen soll sich auf 2,3 Milliarden Dollar belaufen, das ist derzeit mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes des Landes. Aus dem Milchsaft des Opiums werden Morphium und auch Heroin gewonnen.
Rumsfeld verwies auf die Drogenbekämpfung in Kolumbien als mögliches Modell für eine Kampagne in Afghanistan. In dem südamerikanischen Land gehen von den US-Streitkräften ausgebildete Sicherheitskräfte gegen den Schmuggel vor, während die Koka-Felder aus der Luft mit Pflanzenvernichtungsmitteln besprüht werden.
Über die Vorbereitungen auf die Präsidentschaftswahl äußerte sich der US-Verteidigungsminister zuversichtlich. Neun Millionen Afghanen hätten sich schon registrieren lassen, darunter 3,5 Millionen Frauen. "Wenn die Zahlen stimmen, beweist dies einen sehr erfolgreichen Registrierungsprozess."