Afghanistan Angriffe gehen weiter
London/Washington - Die US-Luftwaffe hat auch am frühen Dienstagmorgen ihre Luftangriffe auf die afghanische Hauptstadt Kabul fortgesetzt. Die Luftabwehr des radikalislamische Taliban-Regimes habe das Feuer eröffnet, als mindestens drei Bomben auf die Vorort von Kabul abgeworfen wurden, berichtete der britische Sender BBC am Dienstagmorgen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte die nördlich von Kabul stationierten Taliban-Truppen zuvor gewarnt, sie würden ins Visier genommen.
Aus Kandahar, dem spirituellen Zentrum der Taliban, wurde am späten Montagabend ungewöhnlich intensive Flugaktivität gemeldet. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte später nach Angaben des Fernsehsender CNN, dabei habe es sich um ein modifiziertes Modell der Herkules C-130 gehandelt. Diese AC-130, die mit Bordkanonen ausgestattet sind, wurden erstmals im Vietnam-Krieg für die Unterstützung von Bodentruppen aus der Luft benutzt. Zunächst hatte es geheißen, es seien Hubschrauber gewesen. Das Kampfflugzeug ist mit einer Bordkanone ausgerüstet, die 2500 Schuss pro Minute abfeuern kann. Der Einsatz der relativ langsamen Propellermaschine lässt darauf schließen, dass die Luftabwehr der Taliban in den Ballungszentren des Landes durch das über einwöchige Bombardement bereits stark geschwächt ist.
Über Afghanistan seien auch Lebensmittelrationen und Flugblätter abgeworfen worden. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld betonte, damit solle für die Unterstützung der USA geworben werden.
Die USA hatten am Montag die heftigsten Bombardierungseinsätze seit Beginn der Militäraktion gegen Afghanistan geflogen. Mehr als 50 Flugzeuge seien daran beteiligt gewesen und hätten Dutzende Ziele ins Visier genommen, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf Pentagon-Beamte.