Afghanistan: Attentäter sprengt sich in Militärklinik in die Luft - DER SPIEGEL
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Afghanistan Attentäter sprengt sich in Militärklinik in die Luft

In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat sich ein Selbstmordattentäter auf dem Gelände eines Militärkrankenhauses in die Luft gesprengt. Sechs Menschen wurden getötet, mehr als 20 verletzt. Unter den Toten sind mehrere Medizinstudenten.
Soldaten am Anschlagsort in Kabul: Explosion im Essenszelt
Soldaten am Anschlagsort in Kabul: Explosion im Essenszelt

Soldaten am Anschlagsort in Kabul: Explosion im Essenszelt

Foto: S. Sabawoon/ dpa
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Kabul - Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Militärkrankenhaus in Kabul sind am Samstag mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. 23 weitere wurden nach Angaben der Behörden verletzt, als sich ein Attentäter in einem Zelt auf dem Krankenhausgelände im Zentrum der afghanischen Hauptstadt in die Luft sprengte. Unter den Toten seien mindestens drei Medizinstudenten, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums sprengte sich der Angreifer in einem Zelt in die Luft, in dem Medizinstudenten gerade zu Mittag aßen. Bei den Toten und Verletzten handele es sich um Zivilisten und Universitätsstudenten, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, General Mohammed Saher Asimi.

Der Anschlag ereignete sich nach Angaben Asimis auf dem Gelände des Mohammad-Daud-Chan-Militärkrankenhauses im Zentrum Kabuls. Es ist das größte Krankenhaus der Stadt und gilt als eines der am besten ausgestatteten Kliniken des Landes. Das Krankenhausgelände liegt im Zentrum Kabuls nur wenige hundert Meter entfernt von der US-Botschaft. Gleich nach dem Anschlag wurde das Gebiet weiträumig abgesperrt.

Die Angaben der Taliban unterscheiden sich von der offiziellen Darstellung deutlich. Zwei Attentäter hätten die Sicherheitsabsperrungen überwunden und seien auf das Gelände des Krankenhauses vorgedrungen, sagte Taliban-Sprecher Zabiullah Mujad. Der eine Attentäter habe gleich seinen Sprengsatz gezündet, der zweite sei nach einem rund eineinhalbstündigen Feuergefecht mit Sicherheitskräften getötet worden. Die Taliban gaben die Zahl der bei dem Anschlag Getöteten mit 51 an. Die Angaben der Extremisten sind jedoch meist stark übertrieben.

Ein Polizeivertreter dementierte dagegen die Angaben über einen sich frei auf dem Gelände bewegenden zweiten Selbstmordattentäter. Unklar ist noch, wie genau der Angreifer in den schwer bewachten Krankenhausbereich gelangen konnte. Bei anderen Anschlägen hatten Taliban-Kämpfer in der Vergangenheit Uniformen der afghanischen Armee getragen. Zuletzt hatte es zahlreiche Berichte gegeben, wonach Aufständische Selbstmordanschläge und andere Gewaltakte in der afghanischen Hauptstadt planten.

Die Taliban hatten jüngst ihre Anschläge als Teil ihrer Frühjahrsoffensive intensiviert. Am Donnerstag waren bei einem nächtlichen Angriff im Osten des Landes 36 Angestellte einer Baufirma getötet worden. Dies war der bislang folgenschwerste Anschlag seit der Ankündigung.

ffr/dpa/dapd/AFP