Afghanistan Britischer Journalist getötet
Britischer Journalist Hamer: Bei Anschlag in Süd-Afghanistan ums Leben gekommen
Foto: HO / REUTERSLondon - Bei der Explosion eines Sprengsatzes im Süden Afghanistans sind ein britischer Journalist und zwei Soldaten getötet worden. Wie das britische Verteidigungsministerium am Sonntag in London mitteilte, wurden bei dem Vorfall am Samstag fünf weitere Menschen schwer verletzt, unter ihnen ein Fotograf. Der Reporter Rupert Hamer und der verletzte Fotograf Philip Coburn arbeiteten für die britische Wochenzeitung "Sunday Mirror".
Die beiden Reporter begleiteten eine US-Patrouille nordwestlich der Ortschaft Nawa. Der 43-jährige Coburn sei in einem "ernsten, aber stabilen Zustand", sagten Ministeriumsvertreter. Ein US-Soldat starb ebenfalls durch die Explosion, vier US-Soldaten wurden schwer verletzt.
Das britische Außenministerium erklärte, es gehe davon aus, dass der 39-jährige Hamer der erste britische Journalist war, der in Afghanistan ums Leben kam. Premierminister äußerte sich bestürzt über die "tragische Nachricht". In einer Erklärung sprach er den Angehörigen sein Beileid aus und würdigte den Mut und die Professionalität der beiden Reporter.
"Sunday Mirror"-Chefredakteurin Tina Weaver sagte, Hamer sei zum fünften Mal in Afghanistan gewesen. Zwölf Jahre lang habe er der Redaktion angehört. Ein "ausgezeichneter, furchtloser und sachkundiger Autor", sagte Weaver. Ein ehemaliger Kommandeur der britischen Truppen in Afghanistan, Oberst Richard Kemp, bezeichnete Hamer als beliebt und geachtet bei den Soldaten.
Es war der zweite tödliche Anschlag auf einen Journalisten in Afghanistan innerhalb von zehn Tagen. Im vergangenen Monat war die kanadische Reporterin Michelle Lang auf ähnliche Weise im Süden Afghanistans ums Leben gekommen. Die radikalislamischen bekannten sich zu dem Anschlag. Insgesamt wurden in Afghanistan im vergangenen Jahr drei Journalisten getötet.
Nach Angaben der Vereinigung Reporter ohne Grenzen sind seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in Afghanistan 19 Journalisten - darunter elf ausländische - getötet worden.