Afghanistan: Deutscher aus Geiselhaft frei - DER SPIEGEL
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Geiselhaft in Afghanistan Entführter Deutscher kommt nach 32 Monaten frei

In Kabul ist ein deutscher Entwicklungshelfer nach mehr als zwei Jahren in der Gewalt der Taliban freigekommen. Er wurde offenbar Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) übergeben, Gewalt wurde bei seiner Befreiung nicht angewendet.
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Berlin - Bernd M. ist frei. Mehr als zwei Jahren war der deutsche Entwicklungshelfer Geisel der Taliban in Afghanistan. Das Auswärtige Amt (AA) bestätigte am Freitag zunächst nur, dass ein deutscher Staatsbürger in Kabul freigekommen sei, die Bundesregierung sei "erleichtert" über das Ende des Geiseldramas. Dem Entwicklungshelfer gehe es den Umständen entsprechend gut, er werde nun von Mitarbeitern der Deutschen Botschaft betreut und zudem medizinisch untersucht.

Bernd M., der für die Deutsche Welthungerhilfe arbeitet, war am 19. Januar 2012 gemeinsam mit einem italienischen Kollegen in Multan in der pakistanischen Provinz Punjab von Bewaffneten aus einem Haus der Organisation entführt worden. Seitdem hatte das AA einen Krisenstab eingerichtet. Mehrmals hatten die Entführer, die den radikalislamischen Taliban zugerechnet werden, in Videos mit der Hinrichtung der Geiseln gedroht, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Über die Umstände der Befreiung schwieg das AA am Freitag, allerdings dankte das Ministerium verschiedenen Stellen der Bundesregierung und auch ausländischen Partnern, die an der Freilassung beteiligt waren. Dem Vernehmen nach gab es keinen militärischen Zugriff in Kabul, vielmehr wurde die Geisel in der afghanischen Hauptstadt nahe einer Moschee übergeben.

Stillschweigen vereinbart

Die "Bild"-Zeitung berichtete am Freitag als erstes Medium über die Freilassung und auch über eine Beteiligung deutscher Elite-Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK), die weitgehend geheim agieren, an der Aktion. Zwar seien die Elitesoldaten bei der Übergabe bewaffnet gewesen, allerdings eher als Vorsichtsmaßnahme, falls die vereinbarte Übergabe des Deutschen sich als Falle der Geiselnehmer herausstellen sollte.

Wie man die Übergabe der Geisel nach dem 32 Monate dauernden Kidnapping erreichte, blieb zunächst unklar. Die Welthungerhilfe hatte alle Medien in den vergangenen Monaten um Stillschweigen über den Fall gebeten, um die Verhandlungen über eine Lösung der Geiselnahme nicht zu gefährden.

In den diversen Droh-Videos, die in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht worden waren, wurden zwar immer wieder politische Motive für das Kidnapping des Deutschen genannt. Solche Drohgebärden gehören allerdings auch zum Prozedere bei kriminell motivierten Geiselnahmen in der Region, die meist auf die Zahlung von Lösegeld abzielen.