Afghanistan-Einsatz Deutsche Opfer in Kabul
Kabul - Das Unglück ereignete sich auf einer Patrouille 15 Kilometer vom deutschen Militärcamp "Warehouse" in Kabul entfernt, sagte der Sprecher des deutschen Kontingents der Isaf-Schutztruppe, Günther Bender, in der afghanischen Hauptstadt.
Geländefahrzeuge vom Typ "Wolf" seien kurz nach 13.00 Uhr Ortszeit in unwegsamem Gelände auf eine Mine gefahren. Der Verletzte werde im Lazarett des Camps von Ärzten behandelt, sagte der Sprecher. Das Fahrzeug sei für vier Personen zugelassen.
Das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte das Unglück, machte aber zunächst keine Angaben zu dem getöteten Soldaten. Erst müssten die Angehörigen verständigt werden, sagte Major Bender. Es gebe keinen Hinweis auf einen Anschlag, sagte Verteidigungsminister Peter Struck in Berlin.
Damit sind bisher 15 Soldaten der internationalen Schutztruppe in Afghanistan im Dienst ums Leben gekommen, darunter neun deutsche.
Das bisher schwerste Unglück mit Beteiligung deutscher Soldaten in Afghanistan ereignete sich im vergangenen Dezember. Damals starben bei einem Hubschrauberabsturz in der Nähe von Kabul sieben Bundeswehrsoldaten der Schutztruppe Isaf. Unglücksursache war nach vorläufigen Untersuchungen ein Fehler bei der Wartung. Explosionen von Landminen haben in Afghanistan schon häufiger Todesopfer unter der Zivilbevölkerung und unter Soldaten gefordert.
Patrouillenfahrten des Militärs führen in dieser Region meist durch unwegsames Gelände, in der Regel über Sand- und Schotterpisten. "Der Weg ist dann oft nur durch Fahrspuren gekennzeichnet", sagte der Sprecher. Bei Patrouillenfahrten und ähnlichen Einsätzen seien sich die Militärs des großen Risikos durch verborgene Landminen bewusst. "Aber ein Restrisiko bleibt immer", hieß es im Camp. In ihm sind laut Bender zur Zeit 1700 deutsche Soldaten stationiert.
Der Geländewagen Wolf, ein Viersitzer mit einer Leistung von 92 PS, basiert auf dem Modell Mercedes DB 250 GD. Das Fahrzeug ist in vielen Versionen bei der Bundeswehr und bei anderen Nato-Partnern im Einsatz.
Seit Februar führt Deutschland zusammen mit den Niederlanden die rund 4500 Mann starke Isaf-Truppe an, der Soldaten aus mehr als 20 Nationen angehören. Die Quartiere der Isaf-Soldaten waren in den vergangenen Monaten auch mehrfach Ziel von Raketenangriffen.