Afghanistan: Karzais Halbbruder starb nicht durch die Taliban - DER SPIEGEL
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Afghanistan Karzais Halbbruder starb nicht durch die Taliban

Als der Halbbruder von Afghanistans Präsident Hamid Karzai von seinem Leibwächter ermordet wurde, übernahmen die Taliban umgehend die Verantwortung. Doch die Nato geht inzwischen davon aus, dass die Radikalislamisten mit dem Attentat auf Ahmed Wali Karzai nichts zu tun haben.
Ahmed Wali Karzai: Warum musste er sterben?
Ahmed Wali Karzai: Warum musste er sterben?

Ahmed Wali Karzai: Warum musste er sterben?

Foto: BANARAS KHAN/ AFP
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Kabul - Er war der heimliche Herrscher von Kandahar. Von seinem eigenen Leibwächter wurde Ahmed Wali Karzai, ein Halbbruder des afghanischen Präsidenten, im Juli getötet. Doch die Hintergründe der Tat werden unklar bleiben, glaubt die Nato.

Das eigentliche Motiv für die tödlichen Schüsse auf den Leiter des Provinzrates in Kandahar könnten wohl nie aufgeklärt werden, in der "Gemengelage aus Kriminalität, Machtkämpfen und vielleicht persönlichen Gründen", sagte Nato-Sprecher Carsten Jacobsen. Unmittelbar nach dem Anschlag am 12. Juli hatten die Taliban noch die Verantwortung für das Attentat übernommen und geprahlt, der Attentäter sei "schon seit langer Zeit unser Kontaktmann im Haus von Ahmed Wali Karzai" gewesen.

Ahmed Wali Karzai, ein mächtiger Strippenzieher, stand im Verdacht, ein CIA-Agent zu sein und sein Geld auch mit Drogen- und Waffenhandel zu verdienen. Sein Halbbruder, Präsident Hamid Karzai, hielt allerdings immer zu ihm und forderte Beweise für ein Fehlverhalten.

Die Taliban haben im Verlauf des Jahres bereits mehrere sogenannte High Value Targets, also Würdenträger oder Repräsentanten des Staates, attackiert. Darunter waren diverse Gouverneure und Polizeichefs. Die Verantwortung für die Ermordung des früheren afghanischen Präsidenten und Vorsitzenden des Friedensrats, Burhanuddin Rabbani, hatten sie dagegen nicht übernommen.

als/DAPD