Afghanistan: Leichen von Wahlkampfhelfern gefunden - DER SPIEGEL
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Afghanistan Leichen von Wahlkampfhelfern gefunden

Fünf von den Taliban entführte Wahlkampfhelfer einer Kandidatin für die Parlamentswahl in Afghanistan sind tot aufgefunden worden. Über das Schicksal von fünf weiteren Helfern aus ihrem Team ist nichts bekannt. Die Kandidatin appellierte an die Regierung, den Schutz der Kandidaten zu verbessern.
Wahlplakate von Kandidatin Galani: Zehn ihrer Helfer waren entführt worden
Wahlplakate von Kandidatin Galani: Zehn ihrer Helfer waren entführt worden

Wahlplakate von Kandidatin Galani: Zehn ihrer Helfer waren entführt worden

Foto: Reza Shirmohammadi/ AP
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Herat - Eineinhalb Wochen nach der Entführung von zehn Wahlkampfhelfern einer Kandidatin für die afghanische Parlamentswahl hat die Polizei die Leichen von fünf der Helfer gefunden. Die Leichname der von den Taliban entführten Männer wurden am Sonntag in einer bergigen Gegend in der westlichen Provinz Herat im Bezirk Adraskan geborgen, wie Bezirkschef Nisar Ahmed Popal der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Über den Verbleib der fünf anderen Wahlkampfhelfer aus dem Team der Kandidatin Fausia Galani sei ihm nichts bekannt. Sie wurden weiter vermisst.

Die Männer waren nahe der Stadt Herat verschwunden. Sie waren im Bezirk Farsi im Wahlkampfeinsatz gewesen. Galani rief die Entführer nach Bekanntwerden der Verschleppung auf, die Männer freizulassen. Zudem appellierte sie an die afghanische Regierung, vor der Parlamentswahl am 18. September für die Sicherheit der Kandidaten zu sorgen.

14 Prozent der Wahlzentren können voraussichtlich nicht geöffnet werden

Die Regierung und die internationale Schutztruppe stehen unter enormem Druck. Präsident Hamid Karzai will beweisen, dass seine Sicherheitskräfte beim Aufbau schon weit vorangekommen sind und große Gebiete des Landes kontrollieren können. Private Sicherheitsfirmen will Karzai gar nicht mehr im Land haben.

Für die Armeen der Nato muss die Wahl frei und fair werden. Nur so wäre ein Ende der Mission überhaupt absehbar.

Doch erst kürzlich hat die Wahlkommission IEC düstere Zahlen veröffentlicht. Von 6835 geplanten Wahlzentren können nach den ersten Schätzungen nur 5897 geöffnet werden. Für die restlichen 938, also rund 14 Prozent aller Möglichkeiten zur Stimmabgabe, will weder die afghanische Polizei noch die internationale Schutztruppe Isaf garantieren.

Unabhängige Beobachter bemängeln zudem, dass es in vielen Gebieten überhaupt keinen Wahlkampf gebe. Faire Wahlen seien nicht möglich, weil die Sicherheit nicht garantiert sei, sagte etwa Politik-Analyst Harun Mir vor kurzem gegenüber SPIEGEL ONLINE. "Das bedeutet am Ende, dass fast in der Hälfte des Landes nicht frei gewählt wird".

bim/AFP