Afghanistan Präsident Karzai bittet um mehr Unterstützung
New York/Kabul - Hamid Karzai fand klare Worte vor den Vereinten Nationen: "Der nachhaltige internationale Ausbau der Kampffähigkeit unserer Sicherheitskräfte ist eine Frage der Priorität", sagte er in New York. Der afghanische Präsident bat die internationale Gemeinschaft, die Ausbildung und den Ausbau der Sicherheitskräfte seines Landes weiter zu unterstützen.
Im Kampf gegen die wiedererstarkten Taliban sei es wichtig, dass die afghanischen Streitkräfte und Polizei eine Führungsrolle ausüben können, sagte Karzai. Er lobte die amerikanische Unterstützung im Kampf gegen die Aufständischen, forderte die US-geführte Koalition aber zugleich auf, bei ihren Einsätzen Verluste in der Zivilbevölkerung zu vermeiden.
In diesem Jahr sind nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP 4400 Menschen - überwiegend Zivilpersonen - in Anschlägen und Kämpfen getötet worden. "Ich betone die Bedeutung größter Vorsicht auf der Seite der internationalen Truppen in Afghanistan ebenso wie eine stärkere Koordination mit den afghanischen Behörden, um Opfer in der Zivilbevölkerung zu vermeiden", sagte Karzai.
Bei schweren Gefechten in Südafghanistan wurden nach Militärangaben mehr als 120 Kämpfer der radikalislamischen Taliban und zwei Soldaten der US-geführten Koalitionstruppen getötet. Die US-Streitkräfte teilten heute mit, in der Provinz Urusgan hätten afghanische Sicherheitskräfte und Koalitionssoldaten in der Nacht zuvor Stellungen der Aufständischen angegriffen, die einen Hinterhalt geplant hätten. Mindestens 66 Rebellen seien getötet worden. In der Provinz Helmand seien bei Kämpfen, die den ganzen Dienstag über gedauert hätten, mindestens 62 Rebellen getötet worden.
In beiden Provinzen hätten die Taliban die Soldaten mit Mörsern, Maschinengewehren und Panzerfäusten angegriffen, teilte die Koalition mit. In Urusgan hätten die Aufständischen aus Bunkern heraus gefeuert. Die Stellungen der Rebellen seien in Helmand wie in Urusgan aus der Luft bombardiert worden. In Helmand habe die Koalition außerdem Artillerie eingesetzt. Bei den Kämpfen dort seien ein Koalitionssoldat getötet und vier weitere verletzt worden. Bei einem weiteren Taliban-Angriff in Helmand sei ein Soldat der Koalition ums Leben gekommen, hieß es.
flo/AP/dpa