Afghanistan: "Stern"-Mitarbeiter getötet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Afghanistan "Stern"-Mitarbeiter getötet

Drei Journalisten, darunter ein deutscher "Stern"-Reporter, sind am Sonntag im Norden Afghanistans ums Leben gekommen. Sie gerieten offenbar in einen Hinterhalt der Taliban.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Der Sprecher des Magazins "Stern", Frank Plümer, bestätigte am Montag in Hamburg, dass auch ein freier Mitarbeiter des Verlages zu den Opfern gehört.

Nach Plümes Angaben war der Journalist und fünf weitere Kollegen mit einem Schützenpanzer der Nordallianz unterwegs, als er unter Beschuss der Taliban geriet. Neben dem "Stern"-Reporter wurden auch zwei französische Kollegen sowie mehrere Nordallianz-Kämpfer getötet.

Den Namen des getöteten Deutschen wollte der "Stern"-Sprecher nicht nennen. Der Verlag wolle zunächst die Angehörigen des Reporters informieren. Es handle sich bei ihm aber um einen erfahrenen Reporter, der schon aus anderen Krisengebieten der Welt berichtet habe.

Bei den französischen Opfern handelt es sich um die 34-jährige Journalistin Johanne Sutton von Radio France International (RFI) und Pierre Billaud vom Sender RTL. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac und Premierminister Lionel Jospin bekundeten ihr Beileid und hoben den pflichtbewussten Einsatz der beiden Reporter für die Pressefreiheit hervor.

Im Kosovo-Krieg waren 1999 die beiden "Stern"- Reporter Volker Krämer und Gabriel Grüner ums Leben gekommen. Die beiden wurden am 13. Juni von Unbekannten erschossen.

Nach Angaben der Organisation "Reporter ohne Grenzen" wurden 1999 insgesamt 36 Journalisten in Ausübung ihres Berufes getötet. Im Jahr 2000 waren es 32.

Mehr lesen über