Afghanistan: Taliban starten Gegenoffensive - DER SPIEGEL
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Afghanistan Taliban starten Gegenoffensive

Die Taliban antworten auf die massive Truppenverstärkung in Afghanistan. Mit einem Gegenangriff auf einen Polizeiposten habe die Operation "Sieg" begonnen, melden die Islamisten.
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Kabul - Die Taliban schlagen zurück: Die Islamisten berichteten in einer Erklärung von einem Raketenangriff auf einen Polizeiposten in der westafghanischen Provinz Herat. Die Attacke sei der Beginn der Operation "Nasrat" ("Sieg"), teilt Taliban-Sprecher Kari Jussuf Ahmadi auf der Homepage der Terroristen mit.

Ein Polizeisprecher bestätigte den Angriff. Vier Polizisten seien leicht verletzt worden. Die Polizei habe das Feuer erwidert und bei den Angreifern habe es Opfer gegeben. Nähere Angaben lägen nicht vor. In der Mitteilung der Taliban vom Donnerstag hieß es dagegen, bei dem Angriff in Herat seien sechs Polizisten getötet worden. Angaben der Taliban zu Opferzahlen bei ihren Angriffen sind hochgradig unzuverlässig. Die Aufständischen habe ihre Propaganda in den vergangenen Jahren ausgebaut.

Als Reaktion auf die Truppenverstärkung besonders der Amerikaner in Afghanistan hatte der Vizechef der Taliban, Mullah Brodar Akhund, am Mittwoch eine landesweite Offensive angekündigt. Der Mullah-Omar-Stellvertreter nannte als Ziele "Militärbasen der Invasoren, diplomatische Zentren, Militärkonvois, Vertreter der Marionettenregierung und Parlamentsabgeordnete".

Die pakistanische Armee hat derweil ihre Offensive gegen die Taliban im Nordwesten des Landes am dritten Tag in Folge fortgesetzt. Wie das Militär am Donnerstag mitteilte, hielten die islamistischen Kämpfer im Distrikt Buner etwa 50 Geiseln in ihrer Gewalt und besetzten Polizeiwachen. Bei ihrem Großeinsatz am Mittwoch hatte die Armee eigenen Angaben zufolge nach schweren Kämpfen die Kontrolle über die strategisch wichtige Hauptstadt des Bezirks, Dagar, übernommen. Den Angaben nach wurden dabei 50 Taliban-Kämpfer und ein Soldat getötet.

Bis zu 500 Taliban-Kämpfer aus dem Swat-Tal waren in der vergangenen Woche in den Bezirk Buner eingedrungen und hatten begonnen, dort das islamische Scharia-Recht einzuführen. Die Rebellen errichteten Kontrollpunkte und besetzten Moscheen, ehe sie am Freitag wieder mit dem Rückzug begannen. Nach Armeeangaben drangen Bodentruppen am Dienstag mit Luftunterstützung in die Gegend ein, um die verbleibenden Rebellen zu vertreiben.

Karzai und Afghanistan

Für das Swat-Tal hatten die Taliban im Februar mit der Regierung der Nordwest-Grenzprovinz einen Waffenstillstand ausgehandelt - im Gegenzug für die Erlaubnis zur Einführung der Scharia in der Region. Ungeachtet des Waffenstillstands drangen bewaffnete Taliban aus dem Swat-Tal später immer weiter in die benachbarten Bezirke vor.

als/AFP/dpa

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