Afghanistan Vorsicht Minengefahr!
Kabul - Täglich sterben bis zu zehn Menschen in Afghanistan durch Minenunfälle. Immer wieder laufen Kinder in die tödlichen Fallen, weil sie schmetterlingsförmige Minen für Spielzeug halten. Menschen aus den Städten wissen nicht, wie sie sich auf verminten Feldern zu verhalten haben. Flüchtlinge trauen sich nicht in ihre Heimat zurück.
In der Erde des Landes am Hindukusch ist so ziemlich alles zu finden, was das Landminen-Angebot hergibt: sowjetische Minen aus der Zeit der Besatzung von 1979 bis 1989, amerikanische, britische und iranische von den Mudschahidin. Die Taliban wiederum bevorzugten pakistanische Minen.
Mit Beginn der amerikanischen Luftangriffe hat sich die Situation noch zugespitzt. Die Streubomben der US-Armee sollen mehr als 5000 Blindgänger über das Land verteilt haben. Zum Teil über Gebiete, die vorher bereits von Minenräumern entseucht worden waren. Deren Arbeit muss jetzt von vorne beginnen.
Nach Angaben der Hilfsorganisation Medico International und der Kampagne zur Ächtung von Landminen beträgt die Gesamtzahl der Minen und Blindgänger sieben bis zehn Millionen. 730 Quadratkilometer des Landes sollen betroffen sein.
Bis zu zehn Jahre kann es dauern, bis Afghanistan wieder minenfrei ist, schätzt die Minenräumorganisation Halo Trust. Rund 1,1 Milliarden Dollar seien nötig, das Land wieder überall betretbar zu machen.
Immerhin: In der kommenden Woche soll eine internationale Geberkonferenz über Geld für Afghanistan entscheiden. Das Gastgeberland Japan kündigte Hilfen in Höhe von 67,5 Millionen Euro an. Das Geld solle vor allem für die Beseitigung von Landminen und für Flüchtlinge eingesetzt werden.