Afghanistan Polizei geht mit Warnschüssen gegen Demonstranten vor
Demonstration in Kabul: Mit den Särgen der Toten Richtung Präsidentenpalast
Foto: Jawad Jalali/ dpaTausende Angehörige der Hasara-Minderheit sind in Kabul auf die Straße gegangen. Es war eine der größten Demos in Kabul seit dem Sturz der Taliban 2001. Sie forderten eine Reaktion der Regierung auf die Morde an sieben Hasara. Als die Demonstranten versuchten, den Präsidentenpalast zu stürmen, schritt die Polizei ein: Beamte gaben Warnschüsse ab. "Die Demonstranten zerstreuten sich, niemand wurde verletzt", sagte Vizepolizeichef Sajed Gul Agh Rohani.
Zu den enthaupteten Opfern gehörten auch zwei Kinder. Mit den Särgen der Toten marschierten die Demonstranten mehr als zehn Kilometer in Richtung Präsidentenpalast. Sie warfen der Regierung vor, die Augen vor Verbrechen der Taliban zu verschließen.
Obwohl noch unklar ist, wer die Morde begangen hat, werden die Taliban und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verdächtigt.
Die schiitischen Hasara wurden während der Herrschaft der sunnitischen Taliban verfolgt. In den Neunzigerjahren wurden Tausende Hasara von den radikalen Islamisten sowie von Qaida-Anhängern getötet. Präsident Ashraf Ghani hat die jüngsten Morde verurteilt und Aufklärung versprochen.