Aiman al-Sawahiri Der "Terror-Doktor"
Hamburg - Der ägyptische Extremist Aiman al-Sawahiri (53) gilt als Stellvertreter des Anführers des Terrornetzwerks al-Qaida, Osama bin Laden. Gleichzeitig ist er der Chefideologe. Er predigt Hass auf Amerikaner, Juden, andere "Ungläubige" sowie Gewalt gegen "vom Glauben abgefallene arabische Führer".
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 war er auf Videos zusammen mit Bin Laden zu sehen. Von ihm soll auch ein vor kurzem aufgetauchtes Band stammen, mit dem die Franzosen wegen ihres Kopftuchverbotes bedroht werden.
Als sich al-Sawahiri 1998 Bin Laden anschloss, brachte er einige Dutzend seiner Anhänger aus Ägypten mit. Die Gruppe gehörte zuvor einem besonders radikalen Flügel der islamistischen Terrorgruppe "Dschihad" an. Diese Gruppe hatte 1981 den damaligen ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat ermordet.
Als Nummer Zwei in der Hierarchie von al-Qaida hat der ägyptische Chirurg, der in seiner Heimat schon vor dem 11. September zu den meistgesuchten Terroristen gehörte, auch starken Einfluss auf die Auswahl der Ziele für Terroranschläge. Er entstammt einer angesehenen Familie aus dem Nil-Delta. Sein Großvater war einst Imam der berühmten Kairoer al-Azhar Moschee. Sawahiri war ursprünglich Mitglied der in Ägypten offiziell verbotenen Moslembruderschaft.
Diese tritt für eine gewaltlose Islamisierung der ägyptischen Gesellschaft ein. Der "Terror-Doktor" verfasste vor seinem Abtauchen in den Untergrund mehrere Bücher. In Ägypten wurde er in Abwesenheit zum Tode verurteilt.