Alarmstufe erhöht US-Behörden rechnen mit al-Qaida-Attentat
New York - Dem Sender CNN zufolge wird die Sicherheitsstufe für die Hauptstadt Washington auf "hoch" herauf gesetzt. Dies berichtete CNN am Sonntagabend.
In New York fürchten die Behörden Anschläge mit sprengstoffbeladenen LKW. Ein Polizeisprecher sagte der "New York Times", die Warnung sei das Ergebnis eines Treffens zwischen Polizeichef Raymond Kelly und dem Leiter der New Yorker FBI-Abteilung, Pasquale Damuro, am Freitagabend. Die Behörden hätten Hinweise auf geplante Selbstmordanschläge im Vorfeld des Ende August geplanten Parteitages der Republikaner, berichteten New Yorker Zeitungen.
Am Sonntagabend äußerte sich auch Tom Ridge, Chef der Heimatschutzbehörde in Washington, gegenüber der Presse und konkretisierte die Befürchtungen. Demnach lägen Geheimdienstinformationen vor, die auf geplante Attentate auf fünf konkrete Gebäude hinwiesen. Als gefährdet wurden die Gebäude der Citicorp und der Börse in New York, der Internationale Währungsfonds und die Weltbank in Washington sowie das Gebäude der Prudential in Newark bezeichnet. Für alle Finanzinstitutionen ordnete Ridge Alarmstufe Orange an, die zweithöchste Stufe.
Generell bleibe es bei Alarmstufe Gelb, dem Alarmzustand, mit dem die USA seit den Attacken auf das WTC und Pentagon am 11. September 2001 leben. Es lägen den Geheimdiensten keine konkreten Hinweise vor, dass die geplanten Attacken "immanent" seinen, also direkt bevor stünden.
Mögliches Terrorziel: Der Parteitag der Republikaner
Doch die Nervosität wächst, seit in der letzten Woche erste Berichte veröffentlicht wurden, al-Qaida könne planen, den laufenden Präsidentschaftswahlkampf mit Bombenanschlägen und Selbstmordattentaten zu stören. Die Nervosität dürfte in den nächsten Wochen noch zunehmen. Bei dem Parteitag der Republikaner im Madison Square Garden soll George W. Bush erneut für das Amt des US-Präsidenten nominiert werden. Tausende Delegierte, ein großes Medienaufgebot und 200.000 Demonstranten werden zu diesem Anlass in der Stadt erwartet.
Die Polizei und das FBI in der Acht-Millionen-Metropole hätten bei einer Krisensitzung am vergangenen Freitag Hinweise darauf ausgewertet, dass al-Qaida versuche, Attentäter über Mexiko in die USA zu schleusen, berichtete der Fernsehsender ABC. Daraufhin hätten sich die Behörden entschlossen, die Sicherheitschefs von Unternehmenszentralen und Organisationen wie den Vereinten Nationen zu warnen, bestätigte ein Polizeisprecher.
Nach Angaben der Zeitung "Daily News" verteilte die New Yorker Polizei an potenziell gefährdete Einrichtungen schriftliche Hinweise, wonach unter anderem Straßenzufahrten vor Gebäuden sowie Zugänge zu Heizungsanlagen und Ventilationssystemen besonders zu schützen seien.
Der US-Fernsehsender "ABC" berichtete, die Behörden seien besonders darüber besorgt, dass den Geheimdienstberichten zufolge ein oder mehrere Anschläge mit Lastwagen verübt werden könnten, die mit Sprengstoff beladen seien. Al-Qaida wolle Attentäter über Mexiko in die USA bringen.
Die offizielle Terrorwarnstufe für New York wurde nicht weiter erhöht. Sie liegt seit der Zerstörung des World Trade Centers am 11. September 2001 ohne Unterbrechung auf dem zweithöchsten Niveau.