Aleppo: Dutzende Waisenkinder gerettet - DER SPIEGEL
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Syrienkrieg Dutzende Waisenkinder aus Aleppo gerettet

Noch immer halten sich nach Angaben der Uno in Ost-Aleppo rund 40.000 Zivilisten auf. Jetzt konnten 47 Kinder aus einem Waisenhaus der zerbombten syrischen Stadt in Sicherheit gebracht werden.
Evakuiertes Kind aus Aleppo
Evakuiertes Kind aus Aleppo

Evakuiertes Kind aus Aleppo

Foto: BARAA AL-HALABI/ AFP
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Einige von ihnen sind nach Angaben von Unicef verletzt und dehydriert, aber sie sind der Hölle von Aleppo entkommen: 47 Kinder aus einem Waisenhaus im Osten der Stadt in Syrien wurden am Montag gerettet. Die Evakuierung sei ein Hoffnungsschimmer für zahlreiche andere Kinder in Syrien, sagte Geert Cappelaere, der zuständige Regionaldirektor des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef).

Viele der Kinder, die sich noch in Aleppo aufhalten, seien von ihren Familien getrennt und bräuchten sofortigen Schutz. Das Kinderhilfswerk helfe bei der Bereitstellung medizinischer Versorgung und Winterkleidung. Wegen einer monatelangen Blockade ist die humanitäre Lage in Ost-Aleppo nach Angaben von Hilfsorganisationen katastrophal.

Nach einer Unterbrechung der Evakuierungen aus den letzten Rebellengebieten in Aleppo wurden am Montag wieder tausende Menschen aus der einstigen Rebellenhochburg in Sicherheit gebracht. Bis zum Vormittag trafen mehr als 40 Busse an einem Sammelpunkt westlich der Stadt ein, sagte der Mediziner Ahmad al-Dbis vor Ort. Viele Menschen waren in einem schlechten Zustand.

Die Aktionen hatten am Donnerstag begonnen, nachdem auf Initiative der Türkei und Russlands ein komplexer Plan ausgehandelt worden war, der im Gegenzug für Aleppo auch Evakuierungen aus zwei schiitischen Dörfern vorsah, die von Rebellen umzingelt sind. Doch schon am Freitag setzte die syrische Führung die Evakuierungen wieder aus. Erst am späten Sonntagabend konnten wieder einige hundert Menschen aus Ost-Aleppo fortgebracht werden, tausende weitere folgten in der Nacht und am Montagmorgen.

Auch das Twitter-Mädchen Bana gerettet

Viele Familien seien angesichts der Kälte in mehrere Lagen Kleidung gehüllt gewesen, berichtet al-Dbis. Sie wurden bei ihrer Ankunft zunächst mit Trinkwasser und Lebensmitteln versorgt. Menschen hätten mehr als 16 Stunden lang an einem Kontrollpunkt der Regierung ausharren müssen, ohne die Busse verlassen zu dürfen. "Sie haben nichts gegessen, sie haben nichts getrunken, die Kinder sind erkältet, sie konnten nicht auf die Toilette gehen."

Unter den Evakuierten war auch die siebenjährige Bana aus Ost-Aleppo, die mit ihren Twittermeldungen zum Symbol des Kampfes um die Stadt wurde. Sie traf mit ihrer Familie im Gebiet Raschidin ein und sollte weiter in ein Camp in Idlib gebracht werden, wie die türkische islamische Hilfsorganisation IHH erklärte.

"Die Menschen, die wir hier empfangen, sind durch die Hölle gegangen", sagte Casey Harrity von der Organisation Mercy Corps der Nachrichtenagentur AFP. Das Ausmaß ihres Traumas sei unmöglich zu beschreiben und zu verstehen. Die Bewohner von Ost-Aleppo lebten in den vergangenen Monaten unter vollständiger Belagerung.

Busse verlassen Aleppo

Busse verlassen Aleppo

Foto: Str/ dpa

Zeitgleich mit den Evakuierungen aus Aleppo wurden am Montag auch rund 500 Menschen aus Fua und Kafraja in der Provinz Idlib in Sicherheit gebracht, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Dörfer werden von Regierungstruppen gehalten, sind aber von Rebellen umzingelt.

als/dpa/AFP/Reuters