Italien Anarchisten drohen mit Anschlag auf Premier Monti
Regierungschef Mario Monti: Eines von sieben verbliebenen Anschlagszielen
Foto: ? Francois Lenoir / Reuters/ REUTERSRom - Der Brief war mit "FAI Kalabrien" unterzeichnet, darin droht die italienische Anarchistengruppe FAI Regierungschef Mario Monti mit einem Anschlag. Das Volk habe kein Interesse, in Europa zu bleiben, die Banken zu retten und den Haushalt eines Staates auszugleichen, der Geld verschwendet habe, hieß es in dem Schreiben. Es ging bei zwei Zeitungen in Kalabrien ein, unter anderem bei der "Calabria Ora". Der Ministerpräsident sei eines von sieben verbliebenen Anschlagszielen.
Das Schreiben ähnelte einem Text, der nach einem Angriff auf den Atomkonzernchef Roberto Adinolfi bei einer Zeitung eingegangen war. Ihm war am 7. Mai in Genua auf offener Straße auf die Beine geschossen worden. Die FAI hatte sich vergangene Woche zu dem Angriff bekannt und insgesamt acht Anschläge angekündigt - als Rache für acht in Griechenland inhaftierte Anarchisten. Adinolfi konnte nach einer Schienbeinoperation inzwischen aber wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.
Die Echtheit des nun eingegangenen Schreibens war zunächst jedoch unklar. Die Nachrichtenagentur Ansa zitierte Ermittlungskreise, wonach der Brief eine Fälschung sein könnte. Die Anarchistengruppe FAI hatte sich in den vergangenen Jahren wiederholt zu Briefbombenanschlägen auf Politiker, Polizisten und Botschaften bekannt. Auch die Steuerbehörde Equitalia war betroffen.