Angola: Hungernde Kinder ringen mit dem Tod - DER SPIEGEL
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Angola Hungernde Kinder ringen mit dem Tod

Hungersnot und Krankheit - die humanitäre Lage in Angola ist katastrophal. Besonders im Süden des afrikanischen Landes sei die Lage infolge des jahrzehntelangen Bürgerkriegs dramatisch, berichtet die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.
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Kuito/Berlin - "In dem 14.000 Einwohner zählenden Ort Bunjei haben wir täglich 14 Tote gefunden und mehr als 1050 neue Gräber gesehen", erzählt Thierry Allfort-Duverger, Leiter des Erkundungsteams von Ärzte ohne Grenzen. Erstmals nach dem Waffenstillstandsabkommen Anfang April konnten Mitarbeiter der Hilfsorganisation in bislang abgeriegelte Gebiete Angolas vordringen.

Sie besuchten drei Städte im Süden des Landes - Chitembo (Provinz Bié), Bunjei (Provinz Huila) und Chilembo (Provinz Huambo). Ihre Berichte sind erschreckend: Viele Einwohner seien schwer unterernährt, zudem sei die Sterblichkeitsquote extrem hoch. Vor allem in Bunjei sei die Unterernährungsrate alarmierend. Hier bringt rund jedes dritte Kind viel zu wenig Gewicht auf die Waage und muss in einem Ernährungszentrum medizinisch betreut werden. Außerdem versorgen die Helfer rund 3500 Kinder unter zehn Jahren mit Essen und Trinken.

Ähnlich dramatisch ist die Situation in Chitembo: Rund jedes vierte Kind wiegt hier zu wenig. Bei einer Untersuchung von 1219 Kindern in Chilembo waren 42 Prozent unterernährt - zehn Prozent sogar schwer. In beiden Städten hat Ärzte ohne Grenzen nun weitere Ernährungszentren eingerichtet.

Um die notwendigen Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete zu bringen, hat die Hilfsorganisation die Teams in Angola verstärkt und eine Luftbrücke eingerichtet.

Jahrelang hatten die Unita-Rebellen 30 so genannte "graue Zonen" in Angola kontrolliert und humanitäre Hilfe verboten. In den kommenden Wochen wollen die Helfer weitere neu zugängliche Gebiete aufsuchen.