Anschlag in Bagdad Autobombe explodiert während Gates-Besuch - viele Tote
Bagdad - Bei einem Anschlag im Zentrum der irakischen Hauptstadt sind mindestens 14 Menschen getötet worden. Andere Berichte sprachen von 17 Todesopfern. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden 32 Menschen verletzt.
Das Autobombe explodierte in der Nähe einer schiitischen Moschee auf einer stark befahrenen Straße des Geschäftsviertels Karrada. Zu dem Zeitpunkt standen die Autos auf der betroffenen Straße im Stau, auf den Gehwegen bummelten zahlreiche Menschen.
Der Anschlag ereignete sich in etwa zu dem Zeitpunkt, als US-Verteidigungsminister Robert Gates auf einer Pressekonferenz die verbesserte Sicherheitslage im Irak lobte. Gates war heute zu einem überraschenden Besuch in Bagdad eingetroffen. "Ich denke, dass ein sicherer, stabiler und demokratischer Irak in Reichweite ist", sagte Gates, der zuvor den irakischen Regierungschef Nuri el Maliki getroffen hatte.
"Es hat einen dramatischen Wandel in der landesweiten Sicherheitslage gegeben", sagte Gates weiter. Er bezog sich damit auf die Statistik, wonach es weniger Gewalttaten gab, sowie auf die Tatsache, dass eine "bedeutende Zahl" Flüchtlinge zurückgekehrt seien. Gates war am Mittwoch überraschend in den Irak gereist. Neben Maliki wollte er auch den irakischen Präsidenten Dschalal Talabani treffen.
Anschlagsserie im ganzen Land
Dem Anschlag im Zentrum von Bagdad gingen heute mehrere Attentate voraus: Ein Selbstmordattentäter riss vor dem Bürgermeisteramt der Stadt Bakuba sechs Menschen mit in den Tod. Krankenhausärzte und Angehörige der Sicherheitskräfte berichteten, unter den Opfern seien mehrere Kinder. 14 weitere Menschen seien verletzt worden, als der Attentäter eine Autobombe auf einem Parkplatz vor dem Gebäude gezündet habe. Eine zweite Autobombe explodierte den Angaben zufolge neben einer Patrouille der US-Armee. Augenzeugen sahen ein brennendes Militärfahrzeug.
In der nordirakischen Stadt Kirkuk, in der sich die arabische und die turkmenische Minderheiten gegen den wachsenden Einfluss der Kurden wehren, starben drei Menschen bei einer Attacke auf den Konvoi des kurdischen Direktors der lokalen Zivilschutzbehörde. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete, sieben Menschen seien verletzt worden, darunter auch der Provinzbeamte selbst.
amz/AFP/AP/dpa