Argentinien Jetzt droht ein Generalstreik
Buenos Aires - Wie die argentinische Presse am Freitag berichtete, wurden zudem rund 400 Menschen verletzt und mehrere tausend festgenommen. Der Generalstreik wurde von einem der drei größeren Gewerkschaftsverbände ausgerufen. Zunächst war noch unklar, inwieweit der Ausstand befolgt wurde.
Senatspräsident Ramón Puerta stellte unterdessen klar, er werde die Amtsgeschäfte de la Rúas nur so lange führen, bis die Nachfolgefrage endgültig geklärt ist. Höchstens 48 Stunden werde er kommissarisch im Amt sein, sagte Puerta, der den oppositionellen Peronisten angehört. In dieser Zeit muss das Parlament, das dazu noch am Freitag zusammenkommen wollte, einen Übergangspräsidenten bestimmen.
Für das Amt war Puerta selbst im Gespräch. Der 50-Jährige hatte die Amtsgeschäfte übernommen, weil Argentiniens Vizepräsident Carlos Alvarez bereits im vergangenen Jahr zurückgetreten war und laut argentinischer Verfassung in diesem Fall der Vorsitzende des Senats einspringen muss.
Als Nachfolger de la Rúas kann das von den
Peronisten dominierte Parlament einen Abgeordneten, einen Senator
oder einen Provinzgouverneur wählen. Dieser könnte dann bis zum Ende
der Legislaturperiode Ende 2003 im Amt bleiben. Als wahrscheinlicher
gilt aber, dass Neuwahlen ausgeschrieben werden.
Mit seinem Rücktritt nach nur zwei Jahren im Amt hatte de la Rúa am Donnerstagabend die Konsequenzen aus der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise des südamerikanischen Landes gezogen. Der Entscheidung war die Weigerung der Peronisten vorausgegangen, in eine Regierung der Nationalen Einheit einzutreten. Viele Demonstranten auf den Straßen Argentiniens waren in Jubel ausgebrochen, als sie von dem Rücktritt erfuhren.
De la Rúa hatte für die Dauer von 30 Tagen den Ausnahmezustand über Argentinien verhängt, nachdem die Proteste gegen seine Wirtschaftspolitik eskaliert waren.