Assad: "Syrien wird sich nicht ergeben" - DER SPIEGEL
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Assad "Syrien wird sich nicht ergeben"

Das Ultimatum der Arabischen Liga ist verstrichen, doch von einem Ende der Gewalt in Syrien kann keine Rede sein: Allein am Samstag starben 17 Menschen bei Auseinandersetzungen mit Assad-Getreuen. Und der Präsident kündigte an, auch weiter hart gegen Regimekritiker vorzugehen.
Syriens Machthaber Baschar al-Assad: "Ich werde für mein Land sterben"
Syriens Machthaber Baschar al-Assad: "Ich werde für mein Land sterben"

Syriens Machthaber Baschar al-Assad: "Ich werde für mein Land sterben"

Foto: Sana Handout/ dpa
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Damaskus - Seit Monaten kommt es in Syrien regelmäßig zu blutigen, teils tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von Baschar al-Assad und Gegnern seines Regimes. Und wenn es nach dem Präsidenten geht, wird der Konflikt auch in Zukunft anhalten. In einem Interview, das am späten Samstagabend veröffentlicht wurde, sagt Assad: "Der Konflikt wird weitergehen, und die Versuche, Syrien zu unterdrücken, werden andauern." Das Land werde sich diesem Druck jedoch nicht beugen.

In dem Interview mit der britischen "Sunday Times" bekräftigte Assad zudem erneut seine Aussage, dass jegliche militärische Aktion gegen sein Land ein "Erdbeben" im Nahen Osten auslösen werden.

"Wenn sie logisch, rational und realistisch sind, sollten sie das nicht tun", zitiert das Blatt Assad. Sonst sei mit einem fürchterlichen Nachspiel zu rechnen. Ein Militärschlag würde die gesamte Region destabilisieren und sämtliche Länder wären davon betroffen. "Ich werde für mein Land sterben", sagt Assad in dem Interview.

Internationale Kritik

Mit seinen Aussagen reagierte Assad auf ein Ultimatum der Arabischen Liga. Die hatte der syrischen Regierung angesichts der anhaltenden Gewalt gegen Oppositionelle mit Sanktionen gedroht: Syrien müsse binnen drei Tagen die Gewalt gegen friedliche Demonstranten beenden und arabische Beobachter ins Land lassen. Das Ultimatum war am Samstag verstrichen - doch die Kämpfe im Land dauern an. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind allein am Samstag 17 Menschen von Sicherheitskräften der Regierung getötet worden.

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte am Samstag bei einer Sicherheitskonferenz im kanadischen Halifax, Assad habe einen Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gebe. Er könne "seine Autorität und seine Legitimität" nicht mehr zurückerlangen. Möglicherweise warte auf Assad das gleiche Schicksal, das den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi und den irakische Machthaber Saddam Hussein ereilt habe.

Kritik hagelte es auch vom türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan. "Syrien hat seine Versprechen, die es der Türkei, der Arabischen Liga und der Welt gemacht hat, nicht gehalten", sagte er am Samstag. "Sie sind unwillig und unehrlich, was das Angehen von Reformen betrifft. Sie haben unmenschliche Maßnahmen gegen die Opposition ergriffen." Er warf dem syrischen Regime zudem vor, die Opposition "mit Blutvergießen erdrückt" zu haben.

Verurteilung Syriens

Am Freitag hatte Syrien der Beobachtermission der Arabischen Liga zwar grundsätzlich zugestimmt. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Mark Toner, erklärte jedoch, Washington habe keine Hinweise darauf, dass die syrische Regierung den Vorschlag der Arabischen Liga tatsächlich akzeptiere.

Mit der Unterstützung arabischer Länder streben Deutschland, Frankreich und Großbritannien eine Verurteilung Syriens durch die Vereinten Nationen wegen der seit Monaten anhaltenden Gewalt gegen Oppositionelle an. Bei der Niederschlagung der Proteste gegen die Herrschaft von Staatspräsident Assad wurden nach Uno-Schätzungen bislang etwa 3500 Menschen getötet.

aar/dpa/Reuters