Kollision: U-Boot gegen Lenkwaffenkreuzer
Kollision vor Florida Atom-U-Boot rammt Lenkwaffenkreuzer
Es war ein Unfall, wie er auf See nur selten vorkommt: Während einer Übung sind ein Atom-U-Boot und ein Lenkwaffenkreuzer der U.S. Navy am Samstag zusammengestoßen. Bei der Kollision vor der Küste Floridas wurde nach Angaben der Streitkräfte niemand verletzt. Das volle Ausmaß der Schäden war zunächst nicht bekannt. Beide Schiffe würden mit eigener Kraft fahren, der Atomreaktor sei von dem Zwischenfall nicht betroffen.
Die USS "Montpelier", ein rund 110 Meter langes U-Boot der Los-Angeles-Klasse mit 110 Besatzungsmitgliedern, sei direkt vor dem Lenkwaffenkreuzer auf Periskoptiefe aufgetaucht, sagte ein Navy-Sprecher dem Nachrichtensender ABC News . Obwohl die Brückenbesatzung der USS "San Jacinto" noch das Kommando "Volle Kraft zurück" gegeben habe, seien das Schiff und das U-Boot kollidiert.
Nach ersten Berichten sei die Sonar-Nase des 173 Meter langen Schiffs der Ticonderoga-Klasse dabei beschädigt worden. Der Vorbau, der unter der Wasserlinie liegt, habe durch den Unfall einen Druckverlust erlitten, sagte der Sprecher. Nach der Kollision sei das U-Boot komplett aufgetaucht. Die Besatzung eines U-Boots kann beim Auftauchen nicht erkennen, was sich direkt über ihr an der Wasseroberfläche befindet. Deshalb tauchen U-Boote erst auf eine Tiefe hinauf, aus der sie ein Periskop ausfahren können, um sich umzusehen.
Insgesamt drei Schiffe hatten am Samstag ein Manöver durchgeführt, als Vorbereitung auf einen Einsatz im Kampfverband des Flugzeugträgers USS "Harry S. Truman". Der Flugzeugträger befindet sich in der Nähe und leistete den zusammengestoßenen Schiffen Unterstützung. Die Navy will den Vorfall nun untersuchen.
Brände und Kollisionen auf See
Im Mai dieses Jahres hatte ein Atom-U-Boot auf einer Werft in Maine Feuer gefangen. Die ebenfalls zur Los-Angeles-Klasse gehörende USS "Miami" stand mehr als zwölf Stunden in Flammen. Wegen der Wartungsarbeiten waren keine Waffen an Bord. Erst 2015 soll das U-Boot wieder einsatzfähig sein, die Reparatur dürfte rund 450 Millionen Dollar kosten, berichtete der "Hartford Courant ". Ein Mitarbeiter hatte das Feuer gelegt, um früher von der Arbeit nach Hause zu kommen.
Die Navy betreibt rund 40 U-Boote der Los-Angeles-Klasse. Im März 2009 rammte die ebenfalls zu der Klasse gehörende USS "Hartford" in der Straße von Hormus den Truppentransporter USS "New Orleans". Damals wurden mehr als ein Dutzend Soldaten verletzt, 95.000 Liter Schiffsdiesel flossen ins Meer.
Nur einen Monat zuvor hatten Großbritannien und Frankreich einen Unfall einräumen müssen. Zwei mit Atomraketen bewaffnete und von Atomreaktoren angetriebene U-Boote der beiden Länder waren im Atlantik zusammengestoßen. Von den rund 250 betroffenen Seeleuten sei niemand verletzt worden, hieß es damals. Während die französische "Le Triomphant" mit eigener Kraft nach Brest zurückkehren konnte, musste die britische HMS "Vanguard" abgeschleppt werden.