Atomkontrollen Iran gibt nach
Teheran - Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohammed al-Baradei, sagte heute nach einem Gespräch mit dem Leiter der iranischen Atomenergie-Organisation, Gholamresa Aghasadeh, dieser habe sich verpflichtet, "dass Iran alles Mögliche tun wird, um den Prozess zu beschleunigen, die ausstehenden Probleme zu lösen". Aghasadeh kündigte an, die Herstellung und Montage atomarer Ausrüstung ab dem 9. April vorübergehend auszusetzen. Die USA werfen der Islamischen Republik vor, heimlich Atomwaffen herstellen zu wollen. Iran hat hingegen stets erklärt, sein Atomprogramm diene ausschließlich der Stromerzeugung.
Die IAEA sei aufgefordert worden, ihre Untersuchungen abzuschließen, sagte Aghadeseh. "Wir haben um eine Frist bis zum Juni-Treffen (der IAEA) gebeten", fügte er hinzu.
Iran hatte nach der scharfen Resolution der Vereinten Nationen (Uno) im vergangenen Monat die Inspektoren der Uno-Organisation IAEA zunächst an ihrer Arbeit gehindert, kündigte aber am Sonntag die Ankunft von Inspektoren in dem Land in zwei Wochen an. Nach den Worten Baradeis soll ein neues Uno-Team am 12. April in Iran ankommen. In der Resolution hatte die IAEA kritisiert, Iran habe anders als zugesagt nicht alle mit dem Atomprogramm zusammenhängenden Aktivitäten offen gelegt.
So hätte das Land, in einem Bericht an die IAEA im Oktober, den Besitz von Bauteilen für Zentrifugen des Typs P2 unerwähnt gelassen. Diese Zentrifugen können für die Produktion von hoch angereichertem Uran verwendet und dieses wiederum für den Bau von Atomwaffen genutzt werden. Iran hatte die Uranspuren auf kontaminierte Zentrifugen-Bauteile zurückgeführt, die aus dem Ausland stammten. Nach dem Treffen mit Baradei erklärte sich Iran jetzt bereit, den Bau der Zentrifugen bis zum Ende der Woche einzustellen. Baradei begrüßte die Ankündigung und sagte, ein Inspektorenteam werde nächste Woche die Einhaltung der Zusage überprüfen.