Kernwaffenforschung Iran veröffentlicht Informationen zu Atomprogramm
Militärkomplex Parchin im Iran: IAEA fordert Zugang zur Anlage
Foto: AFP/ ISIS/ DigitalGlobeTeheran - Iran hat erstmals Inhalte zur mutmatlichen Kernwaffenforschung preisgegeben. Dasteilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Demnach äußerte sich die Regierung in Teheran zu internationalen Bedenken über die "mögliche militärische Dimension" seines Atomprogramms.
Teheran habe die Uno-Organisation über Sprengzünder informiert, die zum Bau von Kernwaffen verwendet werden können, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Vertreter Irans hätten bei Treffen Ende April und Anfang dieser Woche in Teheran "Informationen und Erklärungen" geliefert, hieß es weiter. Darunter auch solche zu speziellen Zündern, die laut Teheran für zivile Zwecke getestet worden sind.
Die IAEA bescheinigte Iran am Freitag, sich an das internationale Abkommen zum umstrittenen Atomprogramm zu halten. Die Regierung in Teheran habe seit Januar ihre Vorräte an hoch angereichertem Uran um mehr als 80 Prozent abgebaut, teilte die Uno-Energiebehörde mit.
So soll Iran nicht weiter am umstrittenen Schwerwasserreaktor Arak gearbeitet haben. Dennoch seien noch viele Fragen speziell zu einer etwaigen militärischen Forschung in der Vergangenheit zu klären. Die IAEA besteht auf einer genauen Begehung des Militärkomplexes Parchin, wo es Forschungen an atomaren Sprengköpfen gegeben haben soll. Zur weiteren Klärung wurde in dieser Woche ein fünf Maßnahmen umfassendes Paket zwischen der IAEA und dem Iran vereinbart.
Der Westen und Israel verdächtigen Iran seit langem, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies und verweist auf das Recht zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Parallel zu den sogenannten 5+1-Gesprächen Irans mit den fünf Uno-Vetomächten und Deutschland verhandelt auch die IAEA mit Teheran über das umstrittene Atomprogramm.
Bei den Gesprächen soll eine endgültige Lösung zur Beilegung des jahrelangen Streits erreicht werden. Die Verhandlungen bauen auf einem Ende November geschlossenen Interimsabkommen auf, das zunächst bis 20. Juli läuft. Der Iran verpflichtete sich darin, im Gegenzug für die Lockerung einiger Sanktionen Teile der Forschung und Entwicklung seines Nuklearprogramms auf Eis zu legen. Erst Donnerstag war bekannt geworden, dass der Iran und Russland einen Vertrag über den Bau von mindestens zwei weiteren Reaktoren in Buschehr schließen.