Atomprogramm: Iran bietet IAEO Kontrollen an - DER SPIEGEL
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Atomprogramm Iran bietet IAEO Kontrollen an

Iran hat angekündigt, kommende Woche sein Atomprogramm einzustellen. Gleichzeitig soll die Internationale Atombehörde (IAEO) den Vorgang überprüfen. Bisher hat die Genfer Behörde keine Beweise für ein iranisches Atomwaffenprogramm gefunden - heimliche Tests wollen die Experten aber nicht ausschließen.
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Wien - Dass Iran Nuklearmaterial zur Atomwaffenentwicklung verwendet hat - dafür hat die IAEO bisher keine Beweise gefunden. Dies geht aus einem Bericht der Atombehörde hervor, der heute in Wien bekannt wurde. In dem Papier wird bestätigt, dass Iran am 22. November sein Atomprogramm einstellen will und um Überprüfung durch die Atombehörde gebeten habe. Die Vereinbarung ist Teil eines Kompromisses zur Beilegung des seit langem schwelenden Atomstreits.

Gleichzeitig räumt IAEO-Chef Mohammed al-Baradei jedoch ein, dass seine Organisation ein heimliches Atomprogramm weiterhin nicht ausschließen könne. Iran hat die Produktion einer kleinen Menge von Plutonium zugegeben, das für Atomwaffen verwendet werden kann. Gegenüber der IAEO habe das Land aber erklärt, dass es aus der Zeit vor 1993 stamme. Die IAEO untersucht die in Flaschen aufbewahrte Plutoniumlösung, um diese Angaben zu überprüfen. Dabei seien Zweifel an der Version des Iran aufgetaucht, hieß es in dem Bericht. Die Flüssigkeit scheine vor kürzerer Zeit hergestellt worden zu sein als vor zwölf bis 16 Jahren wie von Iran behauptet.

Man habe zudem nicht überprüfen können, ob Iran über das deklarierte Uran hinaus weiteres radioaktives Material besitzt. Die Inspektoren seien dabei, Hinweise zu prüfen, dass der Iran versucht habe, sich Ausrüstungen zu verschaffen, die für die Anreicherung von Uran verwendet werden könnten. Die Hinweise stammten von einer Anlage in Lavisan, die Iran hatte abreißen lassen. Die USA hatten den Verdacht geäußert, dass die Anlage mit der Produktion von Atomwaffen in Verbindung gestanden habe. Nach Angaben des Iran hat es sich lediglich um eine Forschungseinrichtung gehandelt.

Wenige Stunden zuvor hatte die Regierung in Teheran bekannt gegeben, dass Iran im Rahmen einer Vereinbarung mit der EU für einen befristeten Zeitraum auf die international kritisierten Bemühungen um die Anreicherung von Uran verzichten werde.

Der Bericht, der mehreren Nachrichtenagenturen vorliegt, wurde den 35 Mitgliedstaaten des so genannten IAEO-Gouverneursrats übergeben. Sie sollen am 25. November über das weitere Vorgehen gegenüber Teheran entscheiden.