Atomprogramm: Iran verstärkt Uran-Anreicherung - DER SPIEGEL
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Atomprogramm Iran verstärkt Uran-Anreicherung

Trotz internationalen Protests hat Iran sein Atomprogramm weiter ausgebaut. Nach einem Bericht der internationalen Atomenergiebehörde verfügt das Land mittlerweile über 1,4 Tonnen angereichertes Uran - genug für den Herstellungsprozess einer Atombombe. Auch in Syrien wurden die Inspektoren fündig.
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Wien - Ungeachtet einer Aufforderung des Uno-Sicherheitsrats hat Iran nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) seine Uranproduktion nicht gestoppt. Iran verfüge bereits über 1339 Kilo schwach angereichertes Uran-Hexafluorid, heißt es in einem internen IAEA-Bericht. Das sind knapp ein Drittel mehr als noch vor drei Monaten. Expertenschätzungen zufolge werden zwischen 1000 und 1700 Kilogramm schwach angereichertes Uran benötigt, um die für eine Atombombe benötigte Menge hochangereicherten Urans herzustellen.

Iranische Atomanlage in Natans (Aufnahme von 2002): Mehr Zentrifugen zur Uran-Anreicherung installiert

Iranische Atomanlage in Natans (Aufnahme von 2002): Mehr Zentrifugen zur Uran-Anreicherung installiert

Foto: AFP

Dem Report zufolge hat Teheran ungeachtet aller Bemühungen um eine Verhandlungslösung im seit sechs Jahren andauernden Atomstreit mit der internationalen Gemeinschaft inzwischen 4920 Gaszentrifugen in Natans in Betrieb genommen. Das sind knapp tausend mehr als im Februar dieses Jahres, heißt es in dem IAEA-Bericht. Techniker haben weitere 2301 Zentrifugen installiert, die jedoch noch nicht einsatzfähig sind. Die zusätzliche Produktion von angereichertem Uran sei vermutlich auf die höhere Zahl von operativen Gaszentrifugen zurückzuführen, schließt der IAEA-Bericht.

Demnach wurden dort allein zwischen November 2008 und Ende Mai 500 Kilogramm schwach angereichertes Uran hergestellt. Der Uno-Sicherheitsrat hat die iranische Regierung aufgefordert, derartige Aktivitäten einzustellen, bis die IAEA den Hintergrund des iranischen Atomprogramms geklärt hat. Die internationale Gemeinschaft befürchtet militärische Zwecke hinter dem Programm, was Teheran stets dementiert.

Dem internen IAEA-Bericht zufolge entdeckten Inspektoren der Behörde auch in einem Forschungsreaktor nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus Uran-Partikel. Wie AFP aus Kreisen der Untersuchung erfuhr, ist die Art des Urans für solche Forschungsreaktoren unüblich. Syrien wurde dem Bericht zufolge zu einer Stellungnahme aufgefordert. Bereits in den vergangenen zwei Vierteljahresberichten hatte die IAEA auf Uranfunde in Syrien hingewiesen, die den Verdacht auf heimliche Atomaktivitäten des Landes bestärken könnten.

Irans Atomprogramm

ore/AFP/dpa