Atomprogramm: Nordkorea nun doch gesprächsbereit - DER SPIEGEL
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Atomprogramm Nordkorea nun doch gesprächsbereit

Pjöngjang hat erneut seine Haltung zum Atomwaffenkonflikt geändert. Vor wenigen Tagen drohte Nordkorea noch damit, seine atomare Abschreckung auszubauen. Jetzt heißt es plötzlich, die Regierung sei für weitere Gespräche über sein Nuklearprogramm offen. Auch eine Fortsetzung der Pekinger Konferenz sei möglich.
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Seoul - In einem Bericht der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA hieß es, das Land wolle den Streit mit den USA "friedlich und durch Dialog" beenden. Zuvor hatte die Regierung noch erklärt, sie sei nicht an einer Fortsetzung der multilateralen Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm interessiert. Die Gespräche seien "nutzlos" gewesen und hätten einzig zum Ziel gehabt, "Nordkorea zu entwaffnen". Ein Sprecher der Regierung hatte daraufhin verkündet, das Land werde seine "atomare Abschreckung" zur Selbstverteidigung auszubauen.

China appellierte unterdessen an alle betroffenen Länder, den Dialog zu verstärken und die Kontakte untereinander aufrechtzuerhalten. "Zusammen mit der internationalen Gemeinschaft werden wir uns weiter für eine Lösung einsetzen", sagte der Außenamtssprecher Kon Quan in Peking. Nordkorea macht die USA für das Scheitern der Sechser-Gespräche in Peking verantwortlich. Das Land fordert einen Nicht-Angriffspakt mit den USA. Die Amerikaner hingegen verlangen eine sofortige Stilllegung des Atomwaffenprogramms. Doch weder die USA noch Nordkorea hatten bei den Gesprächen Zugeständnisse gemacht. "Wir sollen uns bloßstellen, aber die USA selbst gehen keinen Schritt auf uns zu", sagte ein KCNA-Sprecher. Die USA, China, Südkorea, Russland und Japan wollten Nordkorea auf der Konferenz dazu bringen, auf sein Atomwaffenprogramm zu verzichten. Die Gespräche endeten vergangene Woche aber ohne Ergebnis.

Nordkorea warnte zudem vor wachsenden Spannungen mit Südkorea. Nordkorea beschuldigte sein Nachbarland, mit Kriegschiffen erneut in die Gewässer des kommunistischen Staates eingedrungen zu sein. Die westliche Wassergrenze zwischen den beiden Koreas ist umstritten. Beide Seiten werfen einander immer wieder Grenzverletzungen vor.